Uhrenmuseum
Zwei neue Standorte in Prüfung

Das Thaler Uhrenmuseum in Welschenrohr sucht einen neuen Platz: Zwei ehemalige Uhren-Fabrikgebäude stehen zur Diskussion. Zudem soll ein neues Konzept zum mehrmaligen Besuch animieren.

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Standort 2

Standort 2

Solothurner Zeitung

Walter Schmid

Klein, aber fein präsentiert sich das Thaler Uhrenmuseum im ersten Stock des Thalhofs in Welschenrohr in den Räumen einer ehemaligen Uhrenfirma und später der Gemeindekanzlei. Allen Beteiligten war bei der Einrichtung klar, dass es sich um eine Übergangslösung handelte. Mit viel Idealismus und Sachkenntnis betreut Alois Zäch «sein» Museum, zieht regelmässig die Uhren auf, empfängt Besucher und Gruppen - 300 bis 400 Personen im Jahr - und macht selbst Führungen.

War vor vier Jahren die Suche nach einem geeigneten Lokal das Hauptproblem, hat sich heute die Situation grundlegend geändert. Nach dem Wegzug und der Schliessung einiger Firmen stehen heute in Welschenrohr verschiedene Fabriken leer. Vorerst bot sich die ehemalige

Ebauches-Fabrik Roseba als geeigneter Standort an. Nach dem Verkauf und der Umnutzung kommt diese Lösung nicht mehr infrage. «Neuerdings stehen die Gebäude der beiden ehemaligen Uhrenfabriken der Technos und der Donada als Standorte zur Diskussion», sagte Vereinspräsident René Allemann an der vierten Generalversammlung der Freunde der Thaler Uhrmacherei letzten Freitagabend.

Neues Museums-Konzept liegt vor

Das Uhrenmuseum in Welschenrohr soll Aufstieg, Blüte und Fall der Thaler Uhrenindustrie dokumentieren, formuliert der Vorstand als Ziel. In einem umfassenden Konzept «zeitunduhr - uhrundzeit», erläutert durch Markus Manini, legte er der Versammlung Ziele und Massnahmen für die Weiterentwicklung des Museums vor.

Das Museum soll mit dem «Erlebnis Zeit» verbunden werden. Mit regelmässig veränderter Ausstellung, mit Events und Vorführungen sollen die Besucher zum wiederholten Besuch animiert werden, was bisher kaum der Fall war. Das Museum sieht sich in Verbindung mit ähnlichen regionalen und kantonalen Institutionen und sucht den Kontakt zur Uhrenindustrie.

Die Finanzen bewegten sich bisher in bescheidenem Rahmen, wie Kassier Manini berichtete. Sogar ein Darlehen gilt es abzutragen. Dies würde sich schlagartig ändern, wenn es darum ginge, eine Liegenschaft zu erwerben, zu renovieren und darin das Museum einzurichten.

Dazu käme in der Folge der Betrieb, mit eventuellen Personalkosten. Der Vorstand schätzt den Aufwand auf 1,5 Mio. Franken für die nächsten Jahre. Er rechnet mit öffentlichen Geldern, Beiträgen aus dem Lotteriefonds und Sponsoren aus Industrie, Gewerbe und von Privatpersonen.

Ständerat Rolf Büttiker, welcher der Versammlung beiwohnte, sicherte seine Unterstützung zu. Er sei bereit, Verbindungen zu politischen Instanzen zu schaffen. Trotz kritischen Äusserungen, besonders zu den Finanzen, stimmte die Versammlung der Weiterentwicklung des Konzeptes zu und will an einer nächsten Versammlung über die Zukunft des neuen Konzepts bestimmen.

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