Soul-Sänger

Der singende Prediger für Liebe und Gerechtigkeit: John Legend

Der Sänger John Legend begegnet seiner Wut mit Liebe. (Archivbild)

Der Sänger John Legend begegnet seiner Wut mit Liebe. (Archivbild)

Rassismus und Gewalt machen ihn wütend, aber im neuen Album «Bigger Love» setzt Soul-Sänger John auf die Kraft und Macht der Liebe. Sie könne für Gerechtigkeit sorgen.

«Ich bin ein optimistischer und hoffnungsvoller Mensch», sagt John Legend an der Listening-Session seines neuen Albums für ausgewählte europäische Journalisten. Mit diesem Album will er den Leuten Freude bereiten. Trotz des aktuellen Aufruhrs nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd wolle er mit seiner Musik Zuversicht verbreiten und positiv in die Zukunft blicken. Es sei wichtig, die schönen Seiten des Lebens geniessen zu können. Diesen Optimismus und die Freude verbreitet er auch während der Listening-Session. Zum Groove seiner Musik ab Band wippt er hin und her und singt dazu.

Einsatz für Bürgerrechte und «Black Lives Matter»

Natürlich beschäftige er sich auch mit den unerfreulichen Seiten des Lebens und unterstütze die machtvolle Botschaft von «Black Lives Matter». «Ich bin wütend», sagt er. Gleichzeitig empfinde er die friedlichen Proteste, die multiethnischen Märsche «ermutigend und inspirierend». «Wir können dadurch einen Wechsel herbeiführen», sagt er.

John Legend, 41, hat auch eine stark politische Seite. Mit Rapper Common hat er das Titellied zum Film «Selma» geschrieben und gesungen, der 2014 mit einem Oscar, einem Grammy und einem Golden Globe ausgezeichnet wurde.

Im Text geht es um Martin Luther King, die Selma- nach-Montgomery-Märsche und auch um aktuelle Zeitbezüge. Die beiden Künstler betonten darin, dass bezüglich Bürgerrechte in den Vereinigten Staaten zwar schon viel erreicht wurde, aber es doch noch viel zu tun gäbe. Vor einem Jahr hat Legend mit dem Song «Preach» sogar explizit die Polizeigewalt angeprangert. «Die beiden Songs haben nichts an ihrer Aktualität und Gültigkeit eingebüsst», sagt Legend heute.

Auf seinem neuen Album «Bigger Love» stehen aber die Liebe und Liebessongs im Mittelpunkt. John Legend betont die Kraft der Liebe und bezieht sich dabei auf Cornel West, einen der führenden afroamerikanischen Intellektuellen und Theologen. Wie Cornel West ist John Legend der Überzeugung, dass Gerechtigkeit über eine Form der Nächstenliebe erwirkt werden kann. Und wie West ­bezieht sich auch der Musiker auf den Glauben und Martin Luther King.

«Es ist die Liebe, die du ausstrahlst, gerade auch gegenüber Menschen, die anders sind, die nicht wie du leben und anders aussehen. Jene Liebe, die den Wert der Menschlichkeit betont. Wie wir unsere Nächsten begegnen. Ich bin überzeugt, dass diese Art der Liebe eine Menge Probleme lösen kann und für jene Gerechtigkeit sorgen kann, die wir suchen. Und sie trägt dazu bei, die Welt zu einem viel besseren Ort zu machen.»

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Autor

Stefan Künzli

Stefan Künzli

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