Musik
Zum Tod des jungen Musikers Valentin Baumgartner: «Ein äusserst warmherziger Mensch»

Der Gitarrist Valentin Baumgartner ist tödlich verunglückt. Der Musiker hinterliess zahlreiche Spuren in der Zentralschweizer Szene. Er wurde nur 30 Jahre alt.

Pirmin Bossart
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Der vorletzte Woche verstorbene Valentin Baumgartner in einer undatierten, etwas älteren Aufnahme.

Der vorletzte Woche verstorbene Valentin Baumgartner in einer undatierten, etwas älteren Aufnahme.

Bild: PD

«Extrafish, das ist Balkan Dada Dub, das ist Fake Ethno und World Fiction, eine erfundene Wahrheit, basierend auf musikalischen Traditionen, die es gar nie gab, eine glasklare Erinnerung an eine wilde Nacht, in der sich alles drehte und leuchtete und klang und sang.» So bunt und fröhlich, wie Valentin Baumgartner seine Band Extrafish beschrieb, war auch seine Musik und sein Leben, das viel zu früh endete. Der junge Musiker ist vorletzte Woche auf einer Wanderung am Panixerpass im Kanton Glarus auf einem Schneefeld ausgerutscht und tödlich verunglückt.

Valentin Baumgartner, der an der Hochschule Luzern seine Jazzausbildung machte und 2015 mit dem Master Performance abschloss, ist früh aufgefallen als äusserst talentierter Gitarrist und quicklebendiger Geist. Er war offen und interessiert und immer für musikalische Abenteuer zu haben. Davon zeugen auch seine Bands und die Projekte, in denen er mitwirkte. Extrafish war eine tolle Band, die dem Publikum Freude aufs Gesicht zauberte und es zum Tanzen anregte. So durften wir es 2019 auf dem Dorfplatz an den Stanser Musiktagen erleben.

Baumgartner setzte sich mit der Musik der Fahrenden auseinander und nahm Unterricht beim Gypsy-Jazz-Gitarristen Fapy Lafertin. Er gehörte zu den wenigen jungen Instrumentalisten, die diesen Swing Jazz spielen und in ihre Musik einfliessen lassen konnten.

Von Gipsy-Jazz bis Chanson und Hardcore

Daneben war Baumgartner aber auch für Hardcore, Chanson, Balkan-Musik, freie Improvisation und Noise zu haben. Mit Hanspeter Pfammatter und Valeria Zangger spielte er im Trio Kadeemka. Pfammatter ist sehr traurig über den plötzlichen Verlust des Musikers. «Valentin war ein äusserst warmherziger, kreativer und vielseitiger Gitarrist und Mensch, ohne Berührungsängste und mit sprudelnder Energie.»

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