Jubiläumskonzert des 21st Century Orchestras: Fast so schön wie in Tolkiens Auenland

20 Jahre 21st Century Orchestra boten Anlass zu einer richtig fröhlichen Party. Moderator Stephan Klapproth war in Bestform, ein Komponist extra angereist, ein Popstar und eine Politikerin gaben sich die Ehre. Alles für die Filmmusik.

Susanne Holz
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Ludwig Wicki dirigiert im KKL. (Bilder: Martin Dominik Zemp, 24. Mai 2019)
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Ludwig Wicki dirigiert im KKL. (Bilder: Martin Dominik Zemp, 24. Mai 2019)

Es ist einer von vielen Höhepunkten dieser euphorischen «Jubiläumsparty» des 21st Century Orchestra am Freitag im KKL: Das Orchester spielt eine Suite aus Howard Shores Oscar-gekrönter Filmmusik zum «Herr der Ringe»-Epos. Die Zuhörer im ausverkauften Konzertsaal sind so still, dass man sie förmlich mit der Musik mitgehen hört. Das Orchester ist ganz bei sich und den weltvergessenen Melodien: verspielt, lyrisch und episch zugleich ist diese Musik. Ein süsser und feiner Klang, den Sängerin Kaitlyn Lusk und der 21st Century Chorus gekonnt verstärken.

Kein Wunder, vergleicht Dirigent und Gründer des 21st Century Orchestra, Ludwig Wicki, seine Musiker und alle, die seit 20 Jahren an diesem Abenteuer Filmmusik teilhaben, mit den treuen Gefährten aus dem «Herr der Ringe»-Epos, den Elben und Hobbits, die im Dienst des Schönen und Guten ihr Ziel verfolgen. Wicki denkt an über 20 Weltpremieren symphonisch gespielter Filmmusik in Luzern. An die entstandenen Freundschaften zu Filmkomponisten. Gleich den Hobbits habe man sich aufgemacht zu vielen Abenteuern: «Als Dirigent bin ich auf alle meine Gefährten angewiesen.»

Überraschungsgast Georg Fenton gratuliert

Doch natürlich ist das Jubiläumskonzert nicht nur Anlass zu Nostalgie und Dank, sondern auch zur Freude und somit eine grosse Party: mit einem witzigen und wortgewandten Stephan Klapproth als Moderator, mit einem fröhlich zusammen mit dem Orchester aufspielenden Noah Veraguth, Sänger und Gitarrist der Schweizer Popband Pegasus. Und mit dem weiteren Überraschungsgast Georg Fenton. Mit ihm gratuliert einer der Komponisten, die mit Wicki und dem 21st-Century verbunden sind, ­einer «wonderful group of players». Fenton betont die Bedeutung des 21st Century Orchestra als Plattform für Filmmusik: «Deren Aufführungsqualität ist stark gestiegen durch das Erstellen von Partituren und die Auseinandersetzung damit im Konzert.» Zu Gast ist auch Stadträtin Franziska Bitzi: Sie prägt spontan den Begriff der «21st-Family» – anlässlich der tollen Stimmung im Saal. Bitzi bringt ein Erfolgsrezept der letzten 20 Jahre auf den Punkt: Das 21st-Orchester sorge für den «Ton zum Bild». Und umgekehrt verstärkten die Bilder die Gefühle, ausgelöst von der Livemusik des Orchesters. Bitzi erwähnt die vergangenen zwei Jahre, die nicht einfach waren. Tempi passati: Neu stehen dem 21st Century Orchestra die Hälfte der 35 für Filmmusik reservierten Termine im KKL zu (wir berichteten am 23. Mai).

Ludwig Wicki erinnert im Gespräch mit Stephan Klapproth an die Anfänge: Filmmusikfreak Wicki hat Probleme, Musiker zu finden: «Klassische Musiker, die Filmmusik mochten, zählten damals nicht zur obersten Liga.» Die Truppe, die er mit Bratschist Markus Wieser 1999 zusammenstellt, tritt erstmals im Gemeindesaal Meggen auf. «Im Pu­blikum sassen etwa so viele Leute wie auf der Bühne», lacht Wicki. Und erzählt, wie der Grosserfolg mit «Herr der Ringe» alles verändert. «Ich war so begeistert von der Musik, dass wir die Sinfonie dazu aufführten. Komponist Howard Shore war so begeistert, dass er die Trilogie für eine Filmvorführung mit Livemusik dem 21st-Orchester anbot.»

Grosse Begeisterung auch jetzt: Standing Ovations beschliessen ein Konzert unterschiedlichster Filmmusik. Bei John Williams «Star Wars»-Thema trumpfen die Blechbläser – eine Stärke des 21st-Orchesters – auf. Im Liebesthema aus Nino Rotas «Godfather» verströmen Violinen und Holzbläser zarten Schmelz. Und bei Ennio Morricones Musik aus «For a few Dollars more» packt wuchtig die Orgel.

Das Jubiläumskonzert des 21st Century Orchestra findet am Sonntag, 26. Mai, noch einmal statt, um 18.30 Uhr im Konzertsaal des KKL.

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