25 Jahre Simpsons

Die bekannteste Familie der Welt feiert Geburtstag

Die Simpsons: Maggie, Marge, Lisa, Homer und Bart (von links)

Die Simpsons: Maggie, Marge, Lisa, Homer und Bart (von links)

Sie haben Häuser in die Luft gesprengt, einen ehemaligen US-Präsidenten verprügelt und Kontakt mit fiesen Ausserirdischen gehabt: «Die Simpsons» toben seit 25 Jahren durchs Fernsehen.

1989 wurde die gelbe Zeichentrickfilmfamilie von vielen als Kinderfernsehen abgetan. Heute ist die Sendung die langlebigste Hauptabendserie der amerikanischen Geschichte und eines der erfolgreichsten TV-Formate der Welt. Am 17. Dezember feiern "Die Simpsons" Bildschirm-Jubiläum in den USA.

Dabei waren sie ursprünglich nur als Pausenfüller für die "Tracey Ullman Show" auf dem US-Sender Fox gedacht. Die Show an sich wurde schnell abgesetzt. Aber die lustigen Trickfilme, aus denen könnte man doch echtes Fernsehen machen, dachte sich der junge Sender Fox Ende der 80er Jahre.

Heute bezweifeln Spötter, ob Fox ohne die "Simpsons" überhaupt seine ersten Jahre überstanden hätte. Die Serie brachte Geld und Renommee und ist ein Export-Hit. Ab 1991 verbreitete die "Simpsons"-Truppe ihr Chaos auch auf deutschsprachigen Sendern.

Best of Homer Simpson

Gut für Merchandising

Dabei waren die Kritiker anfangs nicht angetan vom naiv-trotteligen Vater Homer, der übervorsichtigen Mutter Marge, dem viel zu frechen Sohn Bart, der besserwisserischen Schwester Lisa und der kleinen Schwester Maggie, die seit 25 Jahren Windeln trägt und weder Laufen noch Sprechen lernt (ausser dem Wort "Daddy", gesprochen von niemand geringerem als Elizabeth Taylor).

Religiösen Menschen war die Serie zu ketzerisch, Frauenverbänden zu frech, Islamisten zu westlich, Russen zu amerikanisch. Und überhaupt: Zeichentrick für Erwachsene!?

Doch die "Simpsons" waren perfekt zu vermarkten. Nicht nur, dass sie im amerikanischen wie im deutschsprachigen Fernsehen in Dauerschleife laufen. Man kann sich sein Haus auch komplett mit "Simpsons"-Produkten einrichten. Oder sogar das Haus selbst bauen.

Jeder will rein

Dreh- und Angelpunkt bleibt Springfield, die Heimatstadt der Familie: Welches der 64 Springfield in 35 US-Staaten gemeint ist, hat Schöpfer Matt Groening offen gelassen. Ansonsten hat er sich an der eigenen Biografie bedient: Die Vornamen der Simpsons sind von Groenings Familie entlehnt und auch viele Randfiguren gab es im wirklichen Leben des heute 60-Jährigen.

Gastrollen halfen mit, die Serie zum Hit zu machen. Selbst Stars reissen sich darum, einmal eine der Trickfiguren zu sprechen. Oft stellen sie sich dabei selbst dar. Drei der vier Beatles waren dabei, Michael Jackson, Werner Herzog und mit Tony Blair sogar ein echter Premierminister.

Homer Simpons D'ohs

Lohnkürzung

Dabei gab es genug Ärger. Fox verlängerte den Vertrag nach der 23. Staffel nur, als die Hauptsprecher einer drastischen Kürzung ihrer Gagen zustimmten - die mit gut 200'000 Euro je 23-Minuten-Folge immer noch stattlich sind. Nun ist Staffel 26 unter Dach und Fach.

Zwar sinken die Einschaltquoten und von den 13,4 Millionen Zuschauern der ersten Staffel in den USA ist nur noch gut die Hälfte übrig. Diese Zahlen sind aber stabil - und für die meisten Serien ein unerreichbarer Traum.

Schon vor fünf Jahren hatten die "Simpsons" den Rekordhalter (die Westernserie "Rauchende Colts") überholt und sind seitdem die langlebigste Serie im US-Abendprogramm. Wer heute 30 ist, kennt ein Leben ohne die gelben Figuren faktisch gar nicht.

Die 31 Emmys sind die Spitze eines Trophäenberges und nicht nur, dass die Hauptdarsteller jeweils eine Briefmarke der amerikanischen Post bekamen: Mutter Marge zog sich sogar für das Herrenmagazin "Playboy" fast splitternackt aus.

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