Filmtage Solothurn
Dokfilm über Rohstoffhandel in der Pipeline

Mit einem brisanten Thema hat der Filmemacher Daniel Schweizer den 4. CH-Dokfilm-Wettbewerb des Migros-Kulturprozents für sich entschieden: «Trading Paradise» nimmt sich die Tätigkeit der in der Schweiz ansässigen Rohstoffhändler vor.

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Daniel Schweizer und Valentin Greutert werden von der Migros gefördert.

Daniel Schweizer und Valentin Greutert werden von der Migros gefördert.

zvg/Filmtage Solothurn

Anhand konkreter Beispiele in Ländern des Südens will der Genfer Filmemacher Folgen des Rohstoffhandels aufzeigen. Ob sich die Rohstoffhändler an der filmischen Debatte beteiligen werden, ist offen, wie aus den Medienunterlagen des Migros-Kulturprozents vom Freitag hervorgeht.

An der Klugheit ihrer Medienstellen wird es letztlich liegen, ob Firmen wie Glencore in dem Film mit nachvollziehbaren Argumenten präsent sind. Als eine der Hauptpersonen in dem Streifen ist alt Ständerat und Menschenrechtspolitiker Dick Marty (FDP/TI) vorgesehen.

Die Dreharbeiten zu "Trading Paradise" sollen bereits im April beginnen, wenn sich in Lausanne die grössten Rohstoff-Firmen treffen, wie Daniel Schweizer in Solothurn erklärte. Mit dem CH-Dokfilm-Wettbewerb finanzieren das Migros-Kulturprozent und die SRG SSR jeweils einen Dokfilm komplett.

Produktionsreife Projekte

In einer ersten Runde waren drei Projekte bis zur Produktionsreife entwickelt worden. Neben "Trading Paradise" nahmen "T'chaux" und "La science du bonheur - derrière les barreaux" die erste Hürde.

Ufuk Emiroglu schlug ein Projekt über junge Leute in La Chaux-de-Fonds vor, François Kohler will einen Film über Meditationstherapie in einem überfüllten Gefängnis drehen.

Die Erfahrung zeigt, dass auch die produktionsreifen Projekte, die den CH-Dokfilm-Wettbewerb letztlich nicht gewinnen, gute Chancen haben, verwirklicht zu werden. Die 4. Ausgabe war thematisch offen, die Filmemacher hatten eine "Carte Blanche".

"Raum" ist das Motto 2014

Im 5. Wettbewerb gibt es wie in früheren Jahren wieder ein Motto, es heisst "Raum". "Parallel zur räumlichen Expansion ist der innere Raum enger geworden", erklären die Veranstalter. Gemeint sind mit dem "Motto" somit nicht nur Quadratmeter, sondern auch virtuelle Gefilde, Denk-, Spiel- und Freiräume.

Gefragt seien "die Sinne erweiternde, widerständige und mutige" Vorschläge zum Thema, hiess es. Ausserdem wünschen sich das Migros-Kulturprozent und die SRG SSR künftig mehr Eingaben. Während die Qualität der Vorschläge als gut gilt, gibt es bei der Zahl der Projektideen offenbar Steigerungspotential.

Aus diesem Grund werden die Eintrittshürden gesenkt: Künftig können sich Filmemacherinnen und Filmemacher bewerben, die eine öffentliche Anerkennung erhalten haben. Bis anhin war jeweils eine Kinoauswertung oder die Präsenz an einem hochrangigen Festival erforderlich.

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