Film/TV

Kaum noch Hoffnung für Allianz-Openair-Cinemas in Basel oder Zürich im Corona-Sommer – dafür sollen nun Autokinos kommen

Ein Sommer ohne Openair-Kino, wie auf diesem Bild in Zürich?

Ein Sommer ohne Openair-Kino, wie auf diesem Bild in Zürich?

Ob Kino ab dem 8. Juni ihre Säle wieder öffnen dürfen, kommt Ende Mai heraus. Was bedeutet das für die Openair-Kinos im Land? Zwei grosse Organisatoren ziehen ihre unterschiedlichen Schlüsse.

Der Festivalsommer fällt aus, doch wird es wenigstens etwas mit dem ­Open-Air-Kinosommer 2020? Schliesslich gilt generell weniger hohe Ansteckungsgefahr unter freiem Himmel. Veranstalter von Open-Air-Kinos hoffen nun, der Bundesrat möge sich Ende Mai auch zu ihren Events äussern. Sie schielen insbesondere auf die Höchstgrenze der Veranstaltungen. Diese könnte irgendwo zwischen 5 und 1000 Gästen zu liegen kommen. Denn bereits machte der Bundesrat klar, Veranstaltungen mit über 1000 Besuchern bleiben diesen Sommer verboten.

Ein Autokino für Basel, den Aargau oder Luzern?

Deshalb rechnet der Geschäftsführer der Schweizer Open-Air-Kino-­Veranstalterin Cinerent, Peter Hürlimann, nicht mehr damit, dass seine grossen Freilichtkinos in Zürich, Basel und Genf diesen Sommer noch stattfinden. Mit ihren ­riesigen Tribünen bieten die Allianz-Cinemas bis zu 2000 Besuchern Platz. «Können wir wegen der Hygienemassnahmen zum Beispiel nur 500 Menschen hereinlassen, dann rechnet sich das für uns natürlich nicht», sagt Hürlimann.

Dafür hat er nun andere Pläne. In Basel, Zürich sowie im Raum Aargau oder Luzern will er diesen Sommer Autokinos organisieren. Die «Berner Zeitung» meldete diese Woche, dass Hürlimann auch bei der Stadt Bern ein Gesuch für ein Autokino auf dem Berner Expogelände eingereicht hat.

In einem Rahmenprogramm will Hürlimann zusätzlich Musikern eine Bühne bieten. Der Sound, auch ­derjenige der Filme, soll via Autoradio in die Karossen gesendet werden. ­Hürlimann weist auf zahlreiche ­Autokinos in Deutschland hin. Das Land hat Autokinos bereits im April zugelassen.

Schutzmassnahmen unter freiem Himmel umsetzbar

Auch der zweite landesweit tätige Open-Air-Kinobetreiber, Franz Bachmann von der Luzerner Open Air Kino Luna AG mit 21 Freiluftkinos in der gesamten Schweiz verweist auf Anfrage auf Deutschland. Bayern gab diese ­Woche bekannt, es den Gemeinden zu überlassen, ob und in welchem Rahmen sie diesen Sommer Open-Air-Kinos zulassen wollen. Bachmann hofft, dass der Bundesrat hierzulande auch solche Veranstaltungen zulässt. «Dann», so Bachmann, «werden wir unsere Open-Air-Kinos durchführen.»

Im Gegensatz zu den grossen Tribünen der Allianz-Cinemas setzen die kleineren Coop-Open-Air-Cinemas zwischen Rheinfelden und Bellinzona auf weniger Gigantismus. «Wir machen seit 29 Jahren Open-Air-Kino und sind guter Dinge, dass das auch dieses Jahr gelingt. Wir können Kino unter freiem Himmel mit den nötigen Schutzmassnahmen durchführen», ist sich Bachmann sicher.

Openair-Kinos wenn schon in der zweiten Sommerhälfte

Bachmann kann sich vorstellen, auf Pausen zu verzichten, «sofern das dem Schutz der Besucher dient». Um Zeit zu gewinnen, hat Bachmann die Startdaten der Coop-Freiluftkinos in die zweite Sommerhälfte verschoben. Etwas, das auch Hürlimann mit seinen grösseren ­Allianz-Cinemas vorsorglich getan hat. Denn ein Spürchen Hoffnung hat auch er noch. Würden Veranstaltungen mit bis zu 1000 Teilnehmenden möglich, sieht Hürlimann schon eine bessere Chance auf einen möglichen Betrieb.

Meistgesehen

Artboard 1