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Kinos: Der Stresstest für das Schutzkonzept kommt erst noch

Ab dieser Woche im Kino: «Tenet» dürfte mehr Zuschauer in die Kinos locken. Dann zeigt sich auch, was das Schutzkonzept taugt.

Ab dieser Woche im Kino: «Tenet» dürfte mehr Zuschauer in die Kinos locken. Dann zeigt sich auch, was das Schutzkonzept taugt.

Die tiefen Eintrittszahlen treffen die Kinos stärker als im üblichen Sommerloch, sie reduzieren dafür das Ansteckungsrisiko. Der Film «Tenet» könnte das ändern.

Über die Deutschschweiz gesehen, liegt die Zahl der Kinoeintritte seit dem «Restart» Anfang Juni 80 Prozent tiefer gegenüber letztem Jahr (vgl. Grafik unten). Ebenso dramatisch: Wegen dem ausbleibenden Publikum mussten die Kinobetreiber häufiger Vorführungen ganz abblasen.

Dem Branchenverband Procinema wurden in derselben Zeitspanne letztes Jahr (Januar bis Ende Juli) 299 solche «Nullrunden» gemeldet, heuer waren es 556.

Eine Entwicklung, die Sarah Bleuler vom Zürcher «Kosmos» bestätigt. Das Kulturhaus verfügt über mehrere Kinosäle. Bleuler sagt:

© CH Media

Die Auslastung liege gegenüber letztem Jahr bei rund 50 Prozent. Den Grund sieht sie im Fehlen der Filme. «Wir sind auch ein Premierenkino, und starke grosse Filme gab es diesen Sommer schlicht nicht.»

Nun legt das «Kosmos» grosse Hoffnungen in den Start von Christopher Nolans «Tenet» diese Woche. Der Vorverkauf laufe gut, sagt Bleuler. Der Film verspricht den Kinos ein Zuschaueraufkommen, wie sie es seit langem nicht gesehen haben. Und so wird «Tenet» zum Stresstest fürs Schutzkonzept der Kinos, das Ansteckungen verhindern soll.

Nun, mit ­«Tenet», wird sich zeigen, wie gut sich der Betrieb mit Schutzkonzept aufrechterhalten lässt, auch bei vielen Besuchern.

© CH Media

Es gibt Kinos mit steigenden Eintritten, aber...

Bleuler ist froh, kann das privat finanzierte «Kosmos» einen Teil der Verluste durch die Einnahmen in der Gastronomie ersetzen. Im «Kosmos» sind die Innenräume offen und luftig gestaltet, etwas, was in Zeiten einer Pandemie gut ankomme. Die Menschen trauen sich, im «Kosmos» einzukehren und zu verweilen.

Ganz anders gestaltet sich die Situation in einem typischen Programmkino, dem «Rex» in Bern. Mit öffentlichen Geldern subventioniert und von einem Verein getragen, zeigt das «Rex» vor allem Klassiker und Nischenfilme. Das Gute vorweg: Ein Kino wie das «Rex» kann auf ein Stammpublikum zählen und legte bei den Eintritten trotz Corona gar noch zu. «Wir verzeichnen fünf Prozent mehr als letzten Sommer», sagt «Rex»-Geschäftsführer Thomas Allenbach.

Die Mehreinnahmen sind wegen der mangelnden Umsätze an der Bar aber weggeschmolzen, wie Allenbach sagt. In der Bar im ­Foyer gibt es deutlich weniger Platz als im Zürcher «Kosmos». «Wir müssen derzeit auf Events verzichten. Und unser Publikum hat zwar Lust auf Kino, geht danach aber zügig nach Hause», so Allenbach.

Einen Film wie ­«Tenet» gibt es im «Rex» nicht zu sehen. Das «Rex» in Bern und das «Kosmos» in Zürich zeigen aber beispielhaft, wie unterschiedlich Corona die Kinos in der Schweiz trifft.

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