Filmfestival

Scarlett Johannsson erntet als mordender Alien Buh-Rufe und Kritikerlob

Filmstar Scarlett Johansson verführt die Männer - nicht nur im echten Leben, sondern auch auf der Leinwand. Beim 70. Internationalen Filmfestival Venedig endet das für die meisten im Untergang.

Mit einem experimentellen Science-Fiction-Werk hat die Hollywood-Schauspielerin Scarlett Johansson das Publikum beim Filmfestival Venedig gespalten.

Während es am Ende der ersten Vorstellung von "Under the Skin" am Dienstag zahlreiche Buh-Rufe gab, feierten andere Kritiker den Film des britischen Regisseurs Jonathan Glazer als geheimnisvoll und visuell äusserst gelungen. In dem Wettbewerbsbeitrag spielt die 28-jährige Johansson ein weibliches Alien, das reihenweise Männer verführt und zerstört.

Glazer, bekannt durch den Gangsterfilm "Sexy Beast" mit Ben Kingsley, zeigt in "Under the Skin" eine in der Realität verankerte Alien-Geschichte: Seine Hauptfigur Johansson lässt sich durch Städte im heutigen Schottland treiben. Menschenmassen in Einkaufszentren, tanzende Körper im Nachtclub, telefonierende Passanten auf der Strasse. Gedreht wurde das mit versteckten Kameras, wie Glazer in Venedig erzählte.

Trailer zu "Under the Skin"

Verführung führt in den Tod

Im starken Kontrast dazu stehen jedoch die wohl eindringlichsten Szenen des Films: Johansson spricht aus ihrem Transporter heraus junge Männer an, die der verführerischen Frau mit den grell-roten Lippen nur allzu gern folgen.

In durchkomponierten, stilisierten Bildern zeigt Glazer den folgenden Untergang der Männer - wie sie in der erotisch aufgeladenen Stimmung zunächst fast traumwandlerisch hinter der dunkelhaarigen Schönheit herlaufen und dann schliesslich im Nichts versinken.

Herausforderung für Johansson

Für Johansson, mittlerweile wieder erblondet, waren die Dreharbeiten mit versteckter Kamera in der Öffentlichkeit eine grosse Herausforderung. In einer Szene beispielsweise fällt ihre Figur auf dem Fussweg hin, Passanten helfen ihr wieder auf.

"Es war total beängstigend", sagte Johansson ("The Avengers", "Lost in Translation"). Immerhin habe sie nicht gewusst, was als Nächstes passieren würde. "Ich musste meine Ängste aber völlig verdrängen - es war also wie eine Art Therapie."

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