Filmtage
Von Multi- zu Transmedia: Solothurn sucht die Zukunft

Kreativschaffende und Förderinstitutionen hierzulande lassen sich - zaghaft - auf neue audiovisuelle Produktionsformen ein. Die Solothurner Filmtage widmeten dem Phänomen "Transmedia" am Dienstag eine Panelveranstaltung.

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Der Begriff findet sich noch nicht im Duden, wie Martin Zimper, Leiter der Studienvertiefung Cast für audiovisuelle Medien an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), erklärte. Transmedia steht für ein Fortschreiben des Multimedia-Gedankens: Eine Geschichte soll auf verschiedenen Kanälen erzählt werden - und das Publikum direkt ansprechen.

Dies geschieht etwa mit im Internet verfügbarem Zusatzmaterial zu TV-Serien. Oder mittels einer Fanseite, auf der die Zuschauer über das Schicksal ihrer Helden mitbestimmen.

Ganz neu ist das nicht, Schweizer Projekte dieser Art sind bisher allerdings selten. Im "Pacte de l'audiovisuel", den die SRG SSR und die Filmschaffenden vergangene Woche abschlossen, sind 300'000 Franken für Multimedia-Vorhaben reserviert - ein «eher symbolischer Betrag», wie es am Panel in Solothurn hiess.

Film für 150 Euro

Die Filmtage programmierten in ihrer Sektion «Fokus» mehrere Filme, die - zumindest entfernt - mit dem Phänomen zu tun haben; es sind teilweise ausländische Beiträge. Der deutsche Film «Dating Lancelot» des Schweizers Oliver Rihs ging aus einer Web-Serie hervor.

«Donoma» aus Frankreich ist ein Film, der mit einfachsten Mitteln entstanden ist: 150 Euro soll das Werk von Djinn Carrénard, das als Internet-Projekt lanciert worden war, gekostet haben. In Frankreich lief der ansprechende Episoden-Film teilweise auch in den Kinos.

Fiktive Suchaktion

Dass für die alten Medien mutmasslich viel Platz in der neuen Welt bleiben wird, machte eine Aussage von ZHdK-Dozent Zimper klar. Vor Jahresfrist organisierte er mit Studierenden eine Webgeschichte über einen Jungen auf der Suche nach seinem Vater.

Die Kampagne über die fiktive Suche bestand aus Videofilmen, Aufrufen in sozialen Medien und Strassenaktionen. Schliesslich berichtete laut Zimper auch die Presse darüber: «Das Grösste war eine halbe Seite in der 'Neuen Zürcher Zeitung'.»

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