Gestorben
Der Basler Bluesmusiker Cla Nett ist tot

Der Gitarrist und Sänger hat mit seiner Stammformation Lazy Poker Blues Band den Blues in der Schweiz geprägt. Wie sein familiäres Umfeld bestätigt, ist er an einem «multiplen Organversagen» erlegen.

Stefan Künzli
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Cla Nett, Gitarrist und Bandleader der Lazy Poker Blues Band mit seinem typischen Cowboyhut.

Cla Nett, Gitarrist und Bandleader der Lazy Poker Blues Band mit seinem typischen Cowboyhut.

Zvg / BLZ

Begonnen hat Cla Nett seine Musikerkarriere bei der Marrow Blues der Gebrüder Dani und Sam Burckardt. 1975 gründete er die Lazy Poker Blues Band, die mit dem Sänger Roli Frei zu einer der erfolgreichsten und einflussreichsten Schweizer Bluesbands werden sollte. Die Band veröffentlichte 1978 ihr erstes selbst betiteltes Album, mit dem sie aber völlig unzufrieden waren. Erst das zweite Album «Soul Food» vom Januar 1981 wurde zu einem grossen Erfolg.

Die «Lazies» gingen auf Deutschlandtournee mit Abstechern hinter den eisernen Vorhang in die damalige DDR. 1984 war das erfolgreichste Jahr. Cla Nett und seine Band ging mit Joe Cocker auf Europa-Tournee, und spielte im Olympiastadium Berlin vor 45000 und insgesamt vor rund 300000 Zuschauern.

Der ausgebildete Jurist engagierte sich auch auf politischer Ebene für die Sache der Schweizer Musiker und war Direktor der Schweizerische Interpretengesellschaft SIG. Er war Initiator der Sparte Blues beim Magazin «Jazz n'more» und langjähriges Jurymitglied beim Prix Walo. 2004 gewann er den «Swiss Blues Award».

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