Künzlis Playlist

Künzlis Playlist: Erika Stuckys unstillbarer Hunger

Erika Stucky kennt keinen Stillstand. Ständig erweitert sie ihre künstlerische Ausdruckspalette und erfindet sich neu.

Erika Stucky kennt keinen Stillstand. Ständig erweitert sie ihre künstlerische Ausdruckspalette und erfindet sich neu.

Stucky ist Stucky

Die Sängerin und Multiinstrumentalistin Erika Stucky, die in dieser Woche mit dem Grand Prix Musik den bedeutendsten Schweizer Musikpreis gewann, ist eine Künstlerin der verschiedensten Identitäten. «Ich habe Jazz studiert, spiele meistens mit Jazzmusikern. George Gruntz hat mir die Türen zum internationalen Jazz und zu den Jazz-Giganten geöffnet. Meine Suche geht aber über den Stilbegriff hinaus. Jazzsinger würde da in die Irre führen», sagt die Walliser Sängerin über sich.

Hippie-Sound, Blues, Schweizer Volksmusik und Jodelgesang sind die transatlantischen Prägungen, die im Lauf der 35-jährigen Karriere der Amerika-Schweizerin immer wieder auftauchen. Und doch hat die 58-jährige Entertainerin immer von neuem überrascht. Mit punkigem Charme bei The Sophisticrats, in den Formationen Bubble-Town und Bubbles & Bones mit Tuba und Posaunen, als Jimi-Hendrix-­Interpretin an der Seite des Luzerner Gitarristen Christy Doran oder in einer Woodstock­- Hommage mit den Genfer Indus­trial-Rockern The Young Gods.

Erika Stucky kennt keinen Stillstand. Ständig erweitert sie ihre künstlerische Ausdruckspalette und erfindet sich neu. Etwa in Sibylle Bergs Theaterstück «Helges Leben» als fagottspielende Mrs. God oder mit der Walliser Pop-Sängerin Sina in den Super-8-Filmen. Sie übernahm die Rolle der Ginger in der Essener Aufführung von Carla Bleys berühmter Jazz-Oper «Escalator Over The Hill». Vor zehn Jahren wirkte sie in George Gruntz’ «Oper Milk & Honey» am Stadttheater Basel mit. Sie sang im Duett mit dem Countertenor Andreas Scholl und liess sich vom Barockorchester La Cetra Basel begleiten. Zuletzt lieh sie in der Inszenierung von Henry Purcells «Dido and ­Aeneas» den Hexen ihre Stimme. Dabei bewies sie stets, dass Experimentierlust und Abenteuergeist unterhaltend sein kann.

Ihr Hunger nach Neuem und Unerforschtem scheint unstillbar. Dabei überwindet sie mühelos stilistische Grenzen, was sie schwer fassbar macht. Erika Stucky ist ein Unikum. Stucky ist Stucky. Eine würdige Botschafterin der Schweizer Kultur.

> Bubble Town: D’Mejgja (1995)

> Bubble Bones: Soulsteak mit Ray Anderson & Art Baron (2001)

> Temptation mit Dino Saluzzi (2001) (auf Spotify anhören)

> Zäuerli mit George Gruntz (2001) (auf Spotify anhören)

> Doran Stucky – Studer – Clarke: Voodoo Child (2005) (auf Spotify anhören)

> Little Wing (2005) (auf Spotify anhören)

> Domina (Lucas Niggli, Jon Sass, 2005) (auf Spotify anhören)

> Z’stückisch (2007) (auf Spotify anhören)

> Der Jules (2007) (auf Spotify anhören)

> You Are My Sunshine mit George Gruntz (2011)

> I Put A Spell On Me (2011) (auf Spotify anhören)

> Helter Skelter (2013) (auf Spotify anhören)

> Schlaf Siäss, Chliis Mämmi mit Sina und Stefanie Heinzmann

> Doran – Stucky – Studer – Tacuma: Foxy Lady (2015) (auf Spotify anhören)

> Lil’ Sister mit Barockorchester La Cetra Basel (2017) (auf Spotify anhören)

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Autor

Stefan Künzli

Stefan Künzli

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