Mundart-Pop

«Mir maches nie nume wägem Gäut»: Wie fest Büetzer sind Gölä und Trauffer?

Die selbsternannten Büetzer Buebe Gölä und Trauffer.

Die selbsternannten Büetzer Buebe Gölä und Trauffer.

Mit ihrer Büetzer Buebe AG wollen die Mundart-Sänger den Letzigrund füllen, mit Holzrechten handeln und Baumaschinen herstellen.

Vor Trauffer und Gölä muss man den Hut ziehen. Oder vielleicht besser: den Baustellenhelm. Die beiden Berner Oberländer haben sich neuerdings zu den Büetzer Buebe zusammengeschlossen und sind drauf und dran, in dieser Kombination das Stadion Letzigrund im Sommer 2020 zu füllen – ohne dass es bereits ein Album gibt.

Es gibt nur einen Song, der sinnigerweise auch gleich «Büetzer Buebe» heisst. Darin kalauern die beiden allerlei Weisheiten aus dem Büetzer-Werkzeugkoffer – «Geit nid giz nid!», «Haubi Sache chasch bi üs nid ha» und «Mir maches nie nume wägem Gäut».

Im Video dazu hantieren die Büetzer Buebe in Arbeiterkleidung an allerlei Geräten und haben sich etwas Öl ins Gesicht geschmiert. Ganz die Büetzer halt. Gölä ist gelernter Maler, Trauffer gelernter Maurer. Ihre derzeitige Arbeitsrealität hat aber herzlich wenig mit allgemeiner Maloche gemein. Denn sie gehören zu den erfolgreichsten Schweizer Musikern.

Trauffer führt daneben noch eine erfolgreiche Firma. Und jetzt sitzen beide noch in einem Verwaltungsrat, jenem der Büetzer Buebe AG. Dort bilden Marc Trauffer und Marco Pfeuti mit drei anderen Personen den VR. Zweck der im bernischen Leissigen beheimateten Aktiengesellschaft sind «die Organisation und die Durchführung von Konzerten sowie Musik- und anderen Produktionen».

Und weiter im Text im Handelsregister: «Der Handel mit Merchandising-Artikeln, der Erwerb von Wald und der Handel mit Holzrechten sowie die Herstellung und der Verkauf von Baumaschinen.»

Gölä-Bagger und Trauffer-Säge

Ja, Sie haben richtig gelesen: Die Büetzer Buebe wollen auch mit Holzrechten handeln und Baumaschinen herstellen. Zumindest lassen sie sich diese Möglichkeit offen. Vielleicht gibt es also schon bald den Gölä-Bagger oder die Trauffer-Kettensäge. Nur, was haben die beiden in «Büetzer Buebe» noch einmal gesungen? «Mir maches nie nume wägem Gäut». Aha. Genau.

Trauffer und Gölä sind mittlerweile eher Geschäftsmänner als Büetzer. Beide können erfolgreich Musik machen und beide können rechnen. Rechnen wir doch auch einmal: 40 000 Zuschauer bei einem durchschnittlichen Eintrittspreis von 100 Franken bedeutet 4 Millionen Einnahmen.

Klingt zuerst einmal nach viel Geld. Ein Konzert in dieser Grössenordnung kostet aber auch eine ganze Menge – Miete, Bühne, Technik, Sicherheit, Abdeckungen müssen bezahlt werden. Reich wird man da nicht. So drei, vier Büetzer-Jahresgehälter pro Person vielleicht, aber nicht viel mehr. Richtig lohnend wird es erst, wenn man das Konzert zweimal durchführen kann. Wetten, dass das bald angesagt wird?

Da Gölä und Trauffer nun als Geschäftsmänner aber auf Nummer sicher gehen wollen, wird die Bilanz halt noch mit Holzrechten und Baumaschinen aufpoliert. Ebenfalls haben sie den «Büetzer-Club» gegründet. Angesprochen werden vor allem KMU.

Wer 25 000 Franken springen lässt, kann mit den Büetzer-Buebe bräteln und Raclette essen. Gerne auch als Event für die ganze Firma. Dann dürfen die richtigen Büetzer dann mit den Büetzer Buebe eine Bratwurst schnabulieren und etwas fachsimpeln. Über Holzrechte und Baumaschinen zum Beispiel.

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