«Guitarorama»
Basler Musikmuseum zeigt rare zehnsaitige Stradivari

Gitarrenfans kommen ab Freitag im Basler Musikmuseum auf ihre Kosten: Die Austtellung "Guitarorama" zeigt 50 Instrumente quer durch die Epochen und Stilrichtungen, von einer zehnsaitigen Stradivari bis zur elektrischen Fender Stratocaster.

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Einblick in das Gitarren-Panorama
9 Bilder
Guitarorama, Raum mit Hands-on-Objekten - Gitarren hörbar, spürbar & erlebbar gemacht
«Guitarorama» - das Gitarrenmekka im Basler Musikmuseum
E-Gitarre Telecaster der Fa Fender, Fullerton CA 1968
Harp lute von Edward Light, London um 1811
Halbakustische Gitarre Zolaica, von Italia Zoletti, Herisau um 1955
Halbakustische Gitarre von G Bestgen, Bern ca
E-Gitarre Les Paul Goldtop der Fa Gibson, Kalamazoo MI 1952
E-Gitarre Stratocaster der Fa Fender, Fullerton CA 1964

Einblick in das Gitarren-Panorama

Natascha Jansen

Die Ausstellung, die bis zum 26. April offen ist, sei weder Preziosenschau noch Evolutionsgeschichte des Instruments, sagte Kurator Martin Kirnbauer am Mittwoch vor den Medien. Sie sei intuitiv und sinnlich aufgebaut und setze daher Texte sparsam ein. Eine dreisprachige Broschüre bündelt die Informationen zu den Exponaten.

Die Stradivari von 1679 ist eine von nur fünf erhaltenen Gitarren des als Geigenbauer berühmten Meisters. Sie ist eine Leihgabe aus Italien; die anderen etwa 20 Leihgaben sind meist aus der Region Basel. Auch wenn Gitarren heute omnipräsent sind, können indes teils nur Kenner rare Sammlerstücke von Allerweltsklampfen unterscheiden.

Ähnlich selten wie jene Barockgitarre ist eine unscheinbare Gibson Les Paul aus einer 1952er-Vorserie von zehn Instrumenten des neuen E-Gitarren-Typs, die noch keine Nummern trug. Ebenfalls unauffällig ist eine spanische Konzertgitarre von Antonio de Torres aus dem Jahr 1877 - bloss etwa 20 Exemplare dieses Klassikers sind noch erhalten.

Zum Anfassen

Den ersten Zugang zum Ausstellungsthema bietet ein Hörraum mit Sesseln, wo eine Klanginstallation aller Exponate zum Innehalten einlädt. Dann sind auf dem Treppengeländer des Museums Teile von Gitarren zum Anfassen aufgereiht, vom Saitensteg über den Tonabnehmer bis zum rohen Hals.

Im Obergeschoss sind Gitarren in Vitrinen ausgestellt, teils ergänzt mit Wasserbildern ihrer Klänge. Die Palette ist sehr breit; so haben auch Ukulelen oder eine viersaitige afrikanische Blechschrottgitarre ("Afri-Can Guitar") Platz. Manche simplen Instrumente tragen Spuren intensiven Lebens und Feierns damit.

Hand anlegen dürfen Besucher in einem Experimentierraum: Eine E-Gitarre mit Kopfhörer steht für Videolehrgang-Selbstversuche zu Deep Purples Hardrockklassiker "Smoke on the Water" bereit - laut Kirnbauer eine Hommage an die Schweiz; der Song wurde 1972 in Montreux aufgenommen, nachdem das Studio abgebrannt war.

Im selben Raum kann man den unterschiedlichen Klang verschiedener Hölzer erleben oder Saiten anschlagen auf hohlen und vollen Holzkörpern. Ein musikalisches Begleitprogramm dokumentiert ferner den professionelleren Einsatz des Instruments.

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