Schlager-Star

Beatrice: «Musik hat Grenzen zwischen Schweiz und Deutschland gesprengt»

Beatrice Egli feiert gemeinsam mit Luca Hänni ihren Sieg bei DSDS

Beatrice Egli feiert gemeinsam mit Luca Hänni ihren Sieg bei DSDS

Zum zweiten Mal in Folge gewinnt ein Schweizer Act die RTL-Castingshow «Deutschland sucht den Superstar». Der Siegersong, «Mein Herz», aus der Feder von Dieter Bohlen, gesungen von Beatrice Egli, stürmte bereits während der Show die iTunes Charts.

Die stets strahlende Blondine aus Pfäffikon/Schwyz wirkt authentisch. Sie ist professionell, singt ganz passabel und begeistert die Leute mit ihrer mitreissenden, stimmungsvollen Art. Gleichzeitig macht sie deutschsprachigen Schlager einem jüngeren Publikum schmackhaft. Einen Tag nach dem grossen Finale am Samstagabend absolviert die stets strahlende 24-jährige Schweizer Nachwuchssängerin einen Interview-Marathon.


Herzlichen Glückwunsch! Konnten Sie überhaupt schlafen?

Ja, ein wenig. Ich habe bis in die frühen Morgenstunden gefeiert - eine genaue Uhrzeit möchte ich aber nicht verraten. (lacht) Ich habe es jedenfalls genossen.

Zum zweiten Mal in Folge gewinnt ein Schweizer Künstler DSDS. Auch bei "The Voice Kids" gewann am Freitag eine Schweizerin. Gibt es einen helvetischen Bonus?
Ich stand bei DSDS nicht als Schweizerin auf der Bühne, sondern ich bin hauptsächlich für den deutschen Schlager angetreten. Die Musik hat die Grenzen gesprengt, da ist es ganz egal, woher man kommt, ob aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Es geht um den Menschen, den Künstler und seine Musik. Mir ging es vor allem darum, den Schlager nach vorne zu bringen. Ich finde es immer noch unglaublich, dass ich es mit Schlager so weit bei DSDS gebracht habe.

Konnte Luca Hänni, der letztjährige Gewinner, Ihnen Tipps geben?
Wir haben uns bei der Aftershow-Party getroffen, zusammen gefeiert und ein wenig miteinander gesprochen. Aber für intensive Gespräche war leider keine Zeit.

Haben Ihre Idole Andrea Berg oder Helene Fischer Ihnen gratuliert?
Ich habe keine Ahnung! Auf meinem Handy sind ungefähr 200 SMS, 150 WhatsApp-Nachrichten und 50 verpasste Anrufe. Und auch bei Facebook hinke ich noch etwas hinterher. Ich freue mich über alle schönen Nachrichten, egal ob von Stars oder Fans!

Allein Ihre Familie ist schon ein ziemlich grosser Fan-Club.
Ja, wir sind eine grosse Familie, insgesamt fast 100 Leute. Ich habe zahlreiche Cousins, Tanten etc. Die freuen sich natürlich auch alle mit mir.

Das Interesse an Ihrer Person ist enorm. Macht Ihnen das keine Angst?
Angst ist immer der falsche Begleiter, aber ich habe natürlich sehr grossen Respekt davor, in der Öffentlichkeit zu stehen. Gleichzeitig bin ich aber dankbar dafür, dass ich meine Musik, den Schlager in die Welt hinaustragen darf und es ist toll, dass ich machen darf, was ich möchte. Und was ich liebe und gerne mache, ist Schlager.

Sie wirken immer fröhlich. Wie schalten Sie ab?
Natürlich gibt es Momente, in denen ich müde bin. Ich erhole mich aber generell immer sehr schnell und konzentriere mich immer auf die positiven Dinge im Leben. Dadurch gehe ich glücklich durchs Leben. Zudem lebe ich gerade meinen Traum, deshalb bekomme ich das Lachen nicht aus meinem Gesicht.

Sie hatten bereits mit 14 Gesangsunterricht. Wussten Sie also schon früh, wo es hingehen soll?
Mein Traum war es schon immer, auf der Bühne zu stehen und zu singen. Ich habe aber ziemlich strenge Eltern, die dachten, dass man vom Singen nicht leben kann und deshalb wollten, dass ich zuerst eine Lehre mache. So habe ich dann zuerst eine Ausbildung zur Frisörin absolviert. Danach, als ich volljährig war, ging ich für drei Jahre nach Hamburg und besuchte dort eine Schauspielschule. Und dann kam DSDS.

Standen Sie schon immer auf Schlager oder hatten sie als Teenager Poster von Tokio Hotel oder Rihanna an der Zimmerwand?
In meinem Zimmer hingen früher auch Poster der Backstreet Boys, Blümchen oder Britney Spears. Aber gleichzeitig eben auch Poster von Michelle, die andere eher nicht hatten. Ich habe schon immer sehr viel unterschiedliche Musik gehört, auch heute noch. Aber ich singe am Liebsten Schlager und auf Deutsch. Das liegt mir und macht mir am meisten Spass.

"Schlager ist cool", sagen Sie. Wurden Sie früher an der Schule dafür gehänselt?
Nein, ich habe keine schlechten Erfahrungen damit gemacht, dass ich etwas andere Musik höre als andere. Für mich war es ganz normal, dass man Schlager mag. Ich habe es eher nicht verstanden, wenn jemand nicht verstanden hat, dass man auf Schlager steht. (lacht)

Die Kritik der Jury fiel teilweise sehr hart aus, es gab negative Schlagzeilen in den Medien. Steckt man das sofort weg?
Der Umgang mit den Medien war eine neue Erfahrung für mich. Ich habe sehr viel daraus gelernt. Ich lasse diese negativen Geschichten nicht an mich heran, nehme sie nicht persönlich. Konstruktive Kritik finde ich aber etwas Positives, damit kann ich sehr gut umgehen. Mit Kritik wachse ich, das bringt mich weiter und ich kann mich dadurch verbessern.

Sie haben zuvor bereits in der Schweiz einige Erfolge gefeiert, ihr Album "Feuer und Flamme" erreichte im Oktober 2011 Platz 81 der Schweizer Hitparade. Wieso haben Sie sich entschieden, bei DSDS mitzumachen?
Ich wollte wissen, wo ich als Sängerin stehe. Dabei war es mir wichtig, mich nicht verstellen zu müssen. Und für DSDS habe ich mich entschieden, weil das Format offen für verschiedene Musikrichtungen ist.

Einen englischen Song wird es auf dem Album vermutlich nicht geben, oder?
Nein, eher nicht. (lacht)

Wird es musikalische Gäste zu hören geben?
Das darf ich leider noch nicht verraten.

Sie haben einen Deal mit Universal Music und eine halbe Million Euro gewonnen. Was machen Sie mit dem Preisgeld?
Ich freue mich riesig über den Plattenvertrag, das ist für mich der Hauptgewinn. Das ist ein Traum, der gerade Wirklichkeit wird. Und dann auch noch mit Dieter Bohlen, dem Pop-Titan, zusammenarbeiten zu können, ist toll. Was ich mit dem Geld mache? Keine Ahnung, darüber habe ich mir bislang keine Gedanken gemacht. Das ist momentan auch gar nicht wichtig. Viel bedeutender für mich ist, dass ich ab Oktober auf Tour gehen darf und mit vielen Menschen Party machen kann.

Sie sind "randvoll mit Träumen". Ihr grösster Traum hat sich nun erfüllt. Und jetzt?
Die Tournee, die im Oktober startet, ist für mich ein riesiger Traum, das habe ich mir schon immer gewünscht. Für die Tour werde ich sehr hart arbeiten, mich gut vorbereiten. Wenn ich dann am ersten Tourtag auf der Bühne stehe, wird sicherlich sehr viel in mir vorgehen, denn in dem Moment geht ein weiterer Traum in Erfüllung.

Ihre erste Single, "Mein Herz", ist ein ziemlicher Ohrwurm. Wie war es, als Dieter Bohlen Ihnen den Song zum ersten Mal präsentiert hat?
Ich dachte mir: "Wow, dieses Lied passt perfekt zu mir. Ich habe mich riesig gefreut. Mein Herz brennt für Schlager. Der Text, der Beat, der zum Mitklatschen animiert, das ganze ist auf mich geschneidert. Der Song verbreitet gute Laune. Das ist genau mein Ding!

Haben Sie sich das Popstar-Dasein so vorgestellt?
Ich kann es mir jetzt noch gar nicht vorstellen! Es sind ja nicht einmal 24 Stunden her, seit ich gewonnen habe. Ich bin offen für die Zukunft und gespannt darauf, was mich erwartet.

Wie geht es weiter?
Morgen fliege ich nach Barcelona, wo das Video zu meiner ersten Single "Mein Herz" gedreht wird. Am 17. Mai erscheint dann mein Album "Glücksgefühle". Ausserdem stehen ganz viele Auftritte an, aber ich habe noch keinen Überblick. Ich muss erst einmal realisieren, dass ich gewonnen habe.

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