«You can get it if you really want»: Diesen Leitspruch von Jimmy Cliff hat sich auch die Baloise Session auf die Fahne geschrieben, versucht sie doch Jahr für Jahr Stars zu engagieren, die man sonst nicht in kleinem Ambiente in Basel erleben kann. So zum Beispiel Jimmy Cliff: Der Reggae-Pionier wurde bei der Programmkonferenz im August stolz angekündigt. Zu Recht, hallen seine Klassiker doch heute noch nach: «Many Rivers To Cross», «Vietnam», «I Can See Clearly Now» und und und.

Treppensturz, Beckenbruch

Eine lebende Legende also, dieser Jimmy Cliff, nur leider keine fitte. Er hat sich bei einem Treppensturz einen Beckenbruch zugezogen und muss daher seine gesamte Europatournee absagen, wie die Veranstalter mitteilen. Damit auch seinen Auftritt vom 25. Oktober in der Messe Basel.

Die Baloise Session verspricht einen gleichwertigen Ersatz: Das unbekannte RAD. Trio, angeführt von der Keyboarderin Rose Ann Dimantala, die in Zürich lebt und vor 15 Jahren in der Band von Prince mitspielte.

Zusammen mit der holländischen Saxofonistin Candy Dulfer, die in den 90er-Jahren ihr Momentum hatte, wird das RAD. Trio den ersten Teil bestreiten, ehe mit Ben Harper der andere Part dieses «Crossover-Abends» über die Bühne geht.

Keine Kulanz der Veranstalter

Ob es einen Jimmy-Cliff-Fan trösten wird, dass nun eine Funkband auftritt, ist eine berechtigte Frage. Besonders enttäuschen dürfte sie die Anmerkung der Baloise Session, dass «Tickets ihre Gültigkeit behalten». Denn das heisst auch, dass man sein Ticket nicht zurückgeben kann, wie die Veranstalter auf Nachfrage bestätigen.

Was aber, wenn jemand nur wegen Jimmy Cliff ein Ticket erworben hat? Dann wird man im Regen stehen gelassen. «Wir danken für das Verständnis», schicken die Veranstalter mal voraus. Und das bei einem Ticketpreis zwischen 80 und 120 Franken. Das ist so, als kaufe man sich einen Anzug, weil man vom rastafarbigen Kittel begeistert ist, dann aber einen Discofummel ausgehändigt bekommt, ohne Rückgaberecht.

«Wenn jemand nur Jimmy Cliff sehen wollte, war dies entweder in Zürich am Jazz no Jazz oder in Bern im Bierhübeli möglich», heisst es seitens Baloise Session. Bei ihnen handle es sich lediglich um eine Programmänderung, Ben Harper trete ja weiterhin auf.

Kulanz hört sich anders an. Man scheint wohl selber nicht an die Zugkraft des Ersatz-Acts zu glauben, obschon dieser vollmundig beworben wird mit den Worten «ein sprühender, hochklassiger erster Teil, welcher extra für die Baloise Session einstudiert wird.» Dabei handelt es sich allerdings um eine Schein-Exklusivität. Denn wenige Tage später ist das Rad. Trio feat. Candy Dulfer auch in Zürich zu sehen.