Usher
Luca! Das ist das Erfolgsrezept von Usher

Der US-Superstar verrät, wie er den Sprung vom Teenie-Star zum Superstar geschafft hat. In seinem neuen Album «Looking 4 Myself» könne man zum Beispiel etwas über die Musikgeschichte lernen.

Pascal Münger
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Vom Teenie-Star zum etablierten Weltstar des 21. Jahrhunderts – Usher.

Vom Teenie-Star zum etablierten Weltstar des 21. Jahrhunderts – Usher.

Sony

Dieter Bohlens DSDS-Kids war ein Quotenreinfall. Dabei ist die Zeitspanne von 5 bis 14 Jahren bei Kindern prädestiniert, um das musikalische Talent zu fördern. Der amerikanische R-’n’-B-Sänger Usher (33) kann davon viele Lieder singen. Mit 13 trat er bei der amerikanischen DSDS-Version «Star Search» auf. Heute gilt er als einer der erfolgreichsten Künstler des 21. Jahrhunderts. Allein sein Album «Confessions» von 2004 verkaufte sich weltweit über zehn Millionen Mal. Insgesamt hat Usher bis heute beinahe 45 Millionen Alben verkauft und ist Mitbesitzer des NBA-Teams Cleveland Cavaliers.

Stilmix ist angesagt

Weil wir mit Luca Hänni jetzt auch einen Teenie-Star haben, fragen wir: Wie hat Usher den Sprung vom Castingshow-Kandidaten an die Weltspitze der Popmusik geschafft? «Man muss eine Musik komponieren, mit der sich die Zuhörer identifizieren und auseinandersetzen können», sagt der Weltstar im Exklusivinterview mit der az. Die Musik müsse die Leute zum Nachdenken bringen, und im besten Fall könnten sie beim Zuhören noch etwas lernen.

In seinem neuen Album «Looking 4 Myself» könne man zum Beispiel etwas über die Musikgeschichte lernen. «Meine Musik ist stark von den Beatles beeinflusst, auch wenn man das nicht sofort vermuten würde», sagt er. Die englischen Pilzköpfe faszinieren Usher. «Einerseits mag ich, wie sie ihre ganz eigene Sprache in der Musik kreiert haben», sagt er. Dann waren da noch diese Energie und die gegenseitige Inspiration, die die Gruppe ans Limit gehen liessen.

Auch Usher hat sich vorgenommen, sich beim Entstehungsprozess eines Songs vermehrt auf andere Musiker und Musikstile einzulassen und Ideen seiner Beobachtung für sich zu vereinnahmen. «Es gibt längst keine Barrieren mehr in der Musikszene», sagt der Sänger. Man mische zusammen, was einem gefalle. Dadurch sei auch der Musikgeschmack der Fans vielfältiger. Usher: «Es gibt nicht mehr den einen speziellen Stil, der dich zum Superstar macht. Heute kennt jede Szene ihre Stars: Rock, Folk, Hip-Hop. Wer ein Superstar sein will, kennt sich in jeder Szene aus.»

Vielfalt ist Konzept

«Looking 4 Myself» ist ein deshalb ein vielseitiges Album. Elektronische Beats bilden das Grundgerüst, auf dem poppige, soulige, funkige und immer wieder auch balladeske Melodien tänzeln. Bei manch anderem Künstler würde das Album als Zeichen künstlerischer Unentschlossenheit gewertet. Für Usher gehört die Vielfalt zum Konzept. Lieder wie die beiden aktuellen Singles «Scream» und «Climax» werden von den Fans kaum im Kontext des Albums gehört, sondern müssen als einzelne Tracks fürs Radio und für die Tanzfläche taugen.

So funktioniert Usher. Wenn er einmal eine Grundidee im Kopf hat, interessiert ihn nicht mehr, welchem Stil seine Musik zuzuordnen ist. «Darum arbeite ich auch gerne mit den unterschiedlichsten Produzenten», sagt er. Dieses Mal waren das unter anderen Luke Steele von der Neo-Hippie-Truppe Empire of the Sun, die Swedish House Mafia und Will I. Am. «Ich feile dann so lange an meinen Ideen herum, bis mir das Endergebnis zu 100 Prozent passt», sagt Usher. Kompromisse sind nicht sein Ding.

Usher, «Looking 4 Myself», Sony.

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