Bildende Kunst
Reaktionen zu Hans Ernis Tod: «Mit ihm geht eine Epoche zu Ende»

Am Samstag ist der bekannte Kunstmaler und Bildhauer Hans Erni verstorben. Der Luzerner wurde 106 Jahre alt. Für Politiker und Kunstschaffende verliert die Schweiz mit Ernis Tod einen grossen Künstler und engagierten Kämpfer für humanistische Werte.

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Der international bekannte Schweizer Künstler Hans Erni ist mit 106 Jahren verstorben.
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Hans Erni in seinem Atelier.
Hans Erni
Noch immer sitzt Hans Erni täglich in seinem Atelier und zeichnet.
Hans Erni im Skulpturengarten beim Hans Erni Museum vor zwei Jahren (Archiv)
Hans Erni 1969 in Meggen
Kurator Rudy Chiappini posiert neben dem Werk «Saubere Energie» (1999), in der Hans-Erni-Ausstellung in der Casa Rusca in Locarno
Das Werk «Tiger mit Holzsammlerin» (1973)
«5 Pferde» aus dem Jahr 1968
Das Werk «Poema Nucleare»

Der international bekannte Schweizer Künstler Hans Erni ist mit 106 Jahren verstorben.

Keystone

Hans Erni ist am Samstag friedlich eingeschlafen – genau einen Monat nach seinem 106. Geburtstag. Trotz seines hohen Alters kam Ernis Tod dennoch überraschend.

«Ich war schockiert», sagt Ernis Tochter Simone Fornara-Erni gegenüber dem Regionalsender «Tele M1». Es spiele keine Rolle, ob jemand mit 30, 40 oder 100 sterbe. «Es ist immer ein grosser Eingriff.» Für Peter Fischer, Leiter des Zentrums Paul Klee, geht mit Ernis Tod eine Epoche zu Ende.

«Ein grosser Humanist, Kämpfer für Frauenstimmrecht, AHV und gegen Atomwaffen ist heute verstorben.» Cédric Wermuth, SP-Nationalrat
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«Herausgestochen ist Hans Erni durch sein humanistisches und damit politisches Engagement als Citoyen. Wie kein anderer repräsentiert er die letzten 100 Jahre der Schweiz.» Moritz Leuenberger, alt Bundesrat
«Hans Ernis Tod hat mich überrascht. Ich habe noch vor drei Wochen ein inspirierendes Gespräch mit ihm geführt. Er hat mit seinem Museum viele Leute auch ins Verkehrshaus gebracht.» Martin Bütikofer, Direktor Verkehrshaus Luzern, wo auch das Erni-Museum zuhause ist
«Erni war ein Mann mit immenser Schaffenskraft. Er hat ein vollendetes Werk hinterlassen. Erni war nicht nur der älteste Einwohner von Luzern, sondern auch der berühmteste.» Stefan Roth, Stadtpräsident Luzern
«Mit Hans Ernis Tod geht eine Epoche zu Ende. Er hat nicht Kunst um der Kunst willen gemacht, sondern immer ein humanistisches Anliegen damit vermittelt.» Peter Fischer, Leiter des Zentrums Paul Klee und Kurator der grossen Ausstellung zum 100. Geburtstag von Erni
«Besonders an Hans Erni war, dass er seine Kunst in den Dienst seiner politischen Überzeugungen gestellt hat. Wir sprachen darüber, dass es in einer Welt, in der sich alles verändert, Stabilität nur in der Bewegung geben kann.» Alain Berset, Kulturminister

«Ein grosser Humanist, Kämpfer für Frauenstimmrecht, AHV und gegen Atomwaffen ist heute verstorben.» Cédric Wermuth, SP-Nationalrat

AZ

Bis zuletzt arbeitete Hans Erni täglich in seinem Atelier. Die Gespräche mit dem Künstler werden nachklingen, schreibt az-Kulturredaktorin Sabine Altorfer. «Zuletzt zum 100. und zum 105. Geburtstag sprachen wir über Kunst, vor allem aber über die Kunst eines langen Lebens und die unglaubliche Energie des Malers.»

Lesen Sie hier eines der letzter Interviews von Hans Erni.