Kolumne

«Tatort»: In dieser Folge liefern Protagonist und Gegenspieler schauspielerische Glanzleistungen

«Tatort» Stuttgart: «Der Welten Lohn». Sonntag, SRF1, 20.05 Uhr.

«Tatort» Stuttgart: «Der Welten Lohn». Sonntag, SRF1, 20.05 Uhr.

Die Stuttgarter Kommissare Lannert (Richy Müller) und Bootz (Felix Klare) zwischen einem skrupellosen schwäbischen Konzernchef und dessen Bauernopfer, das Wiedergutmachung einfordert.

Ein Reisender kehrt heim. Ein Mann mit Rollkoffer auf dem Flughafen Stuttgart. Im Gesicht trägt dieser Heimkehrende einen besonderen Glanz, der aber nichts Gutes zu verheissen scheint. Der Blick: fokussiert. Hier ist etwas im Gange, und Schauspieler Barnaby Metschurat gelingt es von Sekunde eins an, den Zuschauer mit minimaler, aber intensiver Mimik in den Bann zu ziehen. Eine Glanzleistung, die diesen «Tatort» aus Stuttgart dominiert. Es wäre falsch zu sagen: Trägt, denn das hat die mit «Der Welten Lohn» betitelte Folge gar nicht nötig.

Das Drehbuch von Boris Dennulat ist spannend und intelligent, ohne kompliziert zu sein. Die Regie von Gerd Schneider setzt sowohl Barnaby Metschurat als Mann, der nichts mehr zu verlieren hat, optimal in Szene, als auch dessen Gegenspieler: einen Konzernchef namens Joachim Bässler – Schauspieler Stephan Schad bietet ebenfalls ein Topspiel.

Barnaby Metschurat scheint Verbitterung, Verzweiflung, Hass und Wut, die seine Figur Oliver Manlik umtreiben, völlig verinnerlicht zu haben. Eine Ein-Mann-Performance par excellence. Drei Jahre sass Oliver Manlik – als Bauernopfer einer schwäbischen Firma für Autozubehör – wegen Korruption in den USA im Gefängnis.

Nun kehrt er heim und will von Konzernchef Bässler entschädigt werden. Schad verleiht diesem Bässler eine schwäbische Selbstgefälligkeit zwischen Erfolgswahn, Gefühlskälte und dem Willen zum Betrug, die womöglich ein bisschen überzeichnet ist, aber umso mehr Spass macht. «Wirtschaft ist Kampf», erklärt Bässler zu Beginn selbstzufrieden. Zuletzt wird auch sein Ego zurechtgestutzt: «Wirtschaft ist dreckig», er gibt es endlich zu.

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