Lucerne Festival
Star-Geigerin Anne-Sophie Mutter soll dem Lucerne Festival mehr «Ausstrahlung» geben

Im Stiftungsrat von Lucerne Festival nimmt ab Januar erstmals eine Grösse der klassischen Musikszene Einsitz: Die Violinistin Anne-Sophie Mutter wird im Aufsichtsgremium eine wichtige Ansprechperson für künstlerische Ideen.

Urs Mattenberger
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Lancierte ihre Weltkarriere 1976 als 13-jährige am Lucerne Festival: Die Geigerin Anne-Sophie Mutter aus Deutschland.

Lancierte ihre Weltkarriere 1976 als 13-jährige am Lucerne Festival: Die Geigerin Anne-Sophie Mutter aus Deutschland.

Bild: Deutsche Grammophon/Stefan Höderath

Die Geigerin Anne-Sophie Mutter, die Galeristin Manuela Wirth und Christian Gellerstad, Verwaltungsrat der Credit Suisse Group AG, wurden in den Stiftungsrat von Lucerne Festival gewählt. Damit diversifiziert sich die Zusammensetzung des Stiftungsrats unter Stiftungspräsident Markus Hongler (seit Anfang 2020) weiter mit jüngeren Mitgliedern und mehr Frauen. Anne-Sophie Mutter folgt auf Alois Koch, der sich nach 23 Jahren aus dem Stiftungsrat verabschiedet. Manuela Wirth ersetzt Otto Wyss, der seine Ämter nach 13 Jahren abgibt.

Im Stiftungsrat sind vor allem Vertreter aus Wirtschaft und Politik vertreten, einziger Musiker war in den letzten Jahren Alois Koch, der nach 23 Jahren das Gremium verlässt. Dass jetzt eine so bekannte Musikerin wie Anne-Sophie Mutter dem Stiftungsrat beitritt, ist also neu, hat aber gute Gründe. Anne-Sophie Mutter ist mit Lucerne Festival eng verbunden. Das Debut, das sie 1976 mit 13 Jahren an den Musikfestwochen gab, lancierte ihre Weltkarriere. Sie wurde hier von Herbert von Karajan entdeckt und machte bereits zwei Jahre später mit ihm und den Berliner Philharmonikern ihre ersten Aufnahmen für die Deutsche Grammophon.

Nicht die Rolle einer Programm-Macherin

Welche Rolle wird und kann sie darin spielen? «Anne-Sophie Mutter ist nicht nur eine grosse Geigerin, sondern eine tolle Persönlichkeit, die wichtige musikalische wie soziale Projekte verfolgt und unterstützt,» begründet Haefliger die Anfrage an Mutter:

«Ihre Ausstrahlung kommt sicher dem Festival zugute. Aber es ist jetzt nicht so, dass sie in Programme dreinreden wird, in denen sie ja selber auftritt. Im Stiftungsrat ist sie Teil des Aufsichtsgremiums des Festivals.»

Im Stiftungsrat werden auch strategische Ausrichtungen des Festivals diskutiert. Erhofft sich Haefliger in dieser Hinsicht von der Geigerin Impulse? «Mit ihrem Engagement auch für die Moderne steht Anne-Sophie Mutter für viele Bereiche, die für unser Festival wichtig sind», sagt der Intendant: «Für mich ist wichtig, dass sie jemand ist, mit der ich konkret über Programme und Inhalte diskutieren kann und die gewisse Ideen auch unterstützt. Aus diesem Grund waren früher schon Musiker wie Paul Sacher und Vladimir Ashkenazy im künstlerischen Beirat des Festivals.»

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