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10 Prozent aller Covid-19-Patienten schweben in Lebensgefahr

Eine Ärztin auf der Intensivstation des Spitals La Carità in Locarno.

Eine Ärztin auf der Intensivstation des Spitals La Carità in Locarno.

Gemäss eine Studie von Intensivmedizinern des Universitätsspitals Zürich erkranken 10 Prozent aller Corona-Patienten schwer. Die Studie soll Ärzten helfen, den Krankheitsverlauf bei schwer erkrankten Patienten zu erkennen.

(dpo) Für eine Studie haben Intensivmediziner des Universitätsspitals Zürich Daten von 639 Coronapatienten untersucht, welche auf Intensivstationen in Europa behandelt wurden. Die Auswertung zeigt unter anderem, dass rund 10 Prozent der Covid-19-Patienten lebensgefährlich erkranken und eine intensivmedizinische Behandlung benötigen, wie es in einem Communiqué vom Freitag heisst. Zudem sterben Patienten, deren Nieren und Gefässsystem nicht funktionierten und deren Blutgerinnung gestört war, häufiger.

Die Studie soll Ärzten wichtige Informationen zum individuellen Risiko und für die Therapie schwer erkrankter Covid-19-Patienten liefern. Für Matthias Hilty, Oberarzt am Institut für Intensivmedizin am Universitätsspital und einer der Studienautoren, sind die Resultate der Studie ein grosser Gewinn: «Die Ergebnisse unserer Studie geben Intensivmedizinern einen Kompass an die Hand, mit dem sie schon beim Eintritt des Patienten abschätzen können, welchen Verlauf bei ihm die Krankheit nehmen könnte», wird er in der Mitteilung zitiert.

Für die Studie analysierten die Ärzte Daten aus einem internationalen Register, in welches Intensivmediziner anonymisierte Daten ihrer Patienten eintragen und die Datenauswertungen abrufen können. Die Intensivmediziner des Universitätsspitals hatten das Register bereits im März lanciert, zum Höhepunkt der Pandemie. Mittlerweile sind gemäss der Mitteilung des Zürcher Unispitals 54 Zentren in 10 europäischen Ländern am Register beteiligt.

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