Sommertemperaturen: Die Zeiten werden heisser

Die Durchschnittstemperaturen der letzten 154 Sommer in der Schweiz zeigen es deutlich: Ein Klimawandel ist im Gang.

Hans Graber (Text), Jana Breder (Grafik)
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In der Nacht auf heute Sonntag hat sich der Sommer 2018 auch astronomisch verabschiedet. Die Meteorologen, deren Sommer die Monate Juni, Juli und ­August umfasst, haben bereits Bilanz ­gezogen. Auf ihren Daten, die seit 1864 erhoben werden, beruht die Grafik unten. Sie zeigt die durchschnittliche Schweizer Sommertemperatur von Jahr zu Jahr (bei ungeraden Jahren ist die Jahreszahl nicht vermerkt, ein eingefärbter Balken ist aber für alle Jahre vorhanden).

Der Trend der letzten 20 Jahre wurde dabei erneut bestätigt: Vor 1980 ­waren nur die wärmsten Sommer über eine durchschnittliche Temperatur von 13 Grad gestiegen. Seit 1990 gehören Sommer mit einem landesweiten Mittel von 13 Grad und höher zum Standard.

2018 lag die Sommertemperatur bei 15,3 Grad, das sind 2,0 Grad über der Norm. Heisser waren bisher nur der Sommer 2015 mit 2,3 Grad und der ­legendäre Hitzesommer 2003 mit 3,6 Grad über der Norm. Die höchste Temperatur 2018 wurde mit 38,5 Grad am 31. Juli in Schupfart AG gemessen.

Im Verbreitungsgebiet unserer Zeitung mit den beiden Zentren Luzern und St. Gallen war der Sommer 2018 der zweitsonnigste seit Messbeginn. In Luzern herrschte 2018 während 752,3 Stunden Sonnenschein (das sind 135 Prozent des Luzerner Normwertes), in St. Gallen sogar 807,1 Stunden (134 Prozent des St. Galler Normwertes). 2003 waren es 804,3 (LU) bzw. 838 Stunden (SG).

Ein weiteres Kennzeichen des Sommers 2018 war die Trockenheit, die wie die warmen Temperaturen auch schon im Frühling vorherrschte. In Luzern fielen im Sommer nur 65 Prozent der üblichen Regenmenge. Trotzdem gab es in Sachen Regen auch einen Schweizer «Allzeit-­Wetterrekord»: Am 11. Juni hat es in Lausanne innert zehn Minuten nicht weniger als 41 mm geregnet.

Die Schweizer Wetterrekorde seit Beginn der Messungen 1864

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