IFA Berlin
Das neue Huawei-Smartphone ist auch ein Schminkkasten

Huawei hat ein neues Smartphone für die Selfie-Generation vorgestellt. Es verfügt über ein paar abgefahren-nützliche Features. Wenn sie denn funktionieren.

Raffael Schuppisser, Berlin
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Impressionen von der «Huawei Nova»-Präsentation an der IFA Berlin
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Impressionen von der «Huawei Nova»-Präsentation an der IFA Berlin

Keine Zeit mehr gehabt, um sich zu schminken? Macht nichts, das Handy ist schliesslich schlau geworden und kann nun auch das. Auf dem Selbstporträt wählt man einfach das gewünschte Make-up: ein sommerlich-freches mit pinken Lippen zum Beispiel oder ein klassisch-elegantes mit langen dunklen Wimpern. Und schon ist das Schminken erledigt. «Es ist das Handy, auf das ich schon lange gewartet habe», sagt Xenia Tchoumitcheva an der Pressekonferenz von Huawei. Dem Schweizer Model war es vergönnt, das neue Smartphone Nova mit der Schmink-Funktion an der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin vorzustellen.

Wenn sie nach einem langen Arbeitstag auf Instagram oder Twitter ein Selfie posten wolle, müsse sie nicht zuerst ihr Make-up aufbessern, meinte die erfolgreiche Vize-Missschweiz. Natürlich ist Tchoumitcheva dann nur auf dem Selfie geschminkt. Doch es geht ja schliesslich nicht um ihre Freundinnen, mit denen sie den Abend verbringt, sondern um ihre Follower; sie sind in der Modewelt mittlerweile zur zählenden Währung geworden.

Ab Anfang Oktober ist das Smartphone in der Schweiz erhältlich.

Ab Anfang Oktober ist das Smartphone in der Schweiz erhältlich.

HO

Doch das neue Nova, das es entweder mit einem 5-Zoll-Display oder als Nova Plus mit einem 5,5-Zoll-Display gibt, kann noch mehr. Es lassen sich Personen auf einem Foto einzeln anwählen und individuell verschönern. Wenn man etwa ein Selfie mit einem Star gemacht habe, könne man sich verschönern, den Star aber so belassen wie er ist, erklärte Tchoumitcheva in bester Marketingmanier.

Das Gerät für digitale Hipster

Das Nova ist das Smartphone für die Selfie-Generation. Deshalb haben die Entwickler ein besonderes Augenmerk auf die Frontkamera gelegt, die mit acht Megapixel auflöst und mit schlechten Lichtverhältnissen gut zurechtkommen soll. Doch auch der Look des Geräts soll die digitalen Hipster ansprechen. «Beim Design habe ich mich von moderner Architektur inspirieren lassen», sagt Joonsuh Kim, der Chef-Designer von Huawei im Gespräch mit der «Nordwestschweiz». Das aus mattem Aluminium gefertigte Smartphone sieht mit den stark abgerundeten Kanten elegant aus.

Auch die technischen Innereien überzeugen für den Preis von 399 Franken, zu dem es das Nova Anfang Oktober in der Schweiz zu kaufen gibt. Das Nova Plus hingegen wird hierzulande wohl nicht erhältlich sein. Angetrieben wird das Handy von einem Acht-Kern-Prozessor (Snapdragon 625). Es verfügt über einen Fingerabdrucksensor und eine fast doppelt so grosse Batterie wie das iPhone 6S. Die technischen Details erläuterte übrigens nicht Tchoumitcheva, sondern – ganz gender-traditionalistisch – Huawei-Chef Richard Yu. Die Schweizer Fashionista durfte aber die abstrakten Spezifikationen etwas ausdeutschen. Der Akku reiche für 1000 Bilder, erklärte sie.

Die Make-up-Funktion konnten die anwesenden Journalisten nach der Präsentation übrigens selber ausprobieren. Überzeugend fanden wir die Funktion auf die Schnelle aber nicht. So sassen die künstlichen digitalen Wimpern teils ziemlich schief. Im Allgemeinen erinnerte uns das eher an Maskerade als an Make-up. Mag aber natürlich auch sein, dass der Schreibende nicht das richtige «Testobjekt» für geschminkte Lippen und Lidstriche ist.

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