Pokémon-Video

Deutsche Werber behaupten: «Basel Tourismus hat unsere Idee geklaut»

Vorlage für Basel? Das Pokémon-Video der Freiburger Werbeagentur.

Vorlage für Basel? Das Pokémon-Video der Freiburger Werbeagentur.

Hat Basel Tourismus für den viralen Super-Hit bei einer deutschen Werbeagentur abgekupfert? Das behauptet diese auf Youtube – und zeigt ein eigenes Pokébälle-Video, das schon vor zwei Wochen veröffentlicht wurde. Aber urteilen Sie selbst.

«Herzlichen Dank für das nette und erfolgreiche Remake unserer Rekrutierungs-Kampagne, Basel Tourismus», schreibt die Freiburger Werbeagentur Digital Patrioten. Und auf Twitter doppelt das Team nach und postet ein Bild von sich, mit den Worten: «Gut gemacht, Basel.»

Tatsächlich hat die Agentur bereits vor zwei Wochen auf Youtube ein Video veröffentlicht, das zumindest gewisse Ähnlichkeit mit der Basler Erfolgskampagne hat. «Ich frage mich schon, ob da jemand bei uns nach Inspiration gesucht hat», sagt Geschäftsführer Cedric Moschallski auf Anfrage der bz.

Dieser Pokémon-Clip aus Basel schlägt ein wie ein Pikachu-Donnerblitz.

Das ist der Pokémon-Clip aus Basel.

Zwar habe ihr Video nur rund 50'000 Views erzielt, es sei aber für eine Rekrutierungs-Kampagne für einen neuen Mitarbeiter eingesetzt worden.

«Deshalb haben wir die Werbeanzeige mit dem Video bei Facebook auf den Grossraum Basel eingeschränkt – gut möglich also, dass einer der Mitarbeiter der Agentur hinter dem Basler Erfolgs-Video die Anzeige gesehen hat.»

Alex Meyer von der Agentur Fadeout ist erstaunt: «Weder ich noch einer meiner Mitarbeiter haben dieses Video bis jetzt gesehen. Wir haben uns definitiv nicht davon inspirieren lassen.» Er attestiert einzig die Ähnlichkeit der verwendeten Pokébälle. Diese sind denn auch nicht nur ähnlich, sondern sogar baugleich, wie die Nachfrage der bz bei den beiden Agenturen ergibt: Beide haben Gymnastik-Sitzbälle verwendet und mit farbigem Gaffer-Tape beklebt. 

Meyer sagt, dass auch die Freiburger nicht auf die Idee mit den Gymnastik-Bällen gekommen seien und verweist auf ein bereits zwei Jahre altes Youtube-Video. Auch sonst sehe er im Video der Deutschen keine Ähnlichkeit.

Vor zwei Jahren ist bereits ein Video publiziert worden, in dem Leute mit Gymnastikbällen angegriffen werden.

Das Video von vor zwei Jahren.

Digital-Patrioten-Geschäftsführer Moschallski gesteht denn auch neidlos die zusätzliche Qualität der Basler Produktion ein: «Das Video ist echt toll gemacht und setzt Basel perfekt in Szene. Zudem trifft die Idee den Zeitgeist - denn mittlerweile nerven sich viele über die Pokémon-Spieler, und da ist es herrlich, dass die Pokémons endlich zurückschlagen und diese Pokémon-Spielenden Menschen in der Stadt mit Bällen bewerfen.»

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