Telekommunikation

Genug geschnüffelt: Jetzt kommt die abhörsichere App

Nachrichten austauschen, ohne das andere mitlesen (Symbolbild)

Nachrichten austauschen, ohne das andere mitlesen (Symbolbild)

Nach den Abhörskandalen der vergangenen Wochen planen schwedische Software-Entwickler nun eine abhörsichere Kommunikations-App. Kluge Werbestrategie oder ein Quantensprung im Schutz der Privatsphäre?

SMS und E-Mail war gestern. Persönliche Nachrichten werden heute über soziale Nachrichten-Apps wie Facebook oder WhatsApp ausgetauscht. Über WhatsApp alleine werden angeblich jeden Tag über 17 Milliarden Nachrichten verschickt. Swisscom schickte Ende Juni ihre eigene App «iO» an den Start.

Durch jüngst aufgeflogenen Abhörskandale - allen voran durch den US-Nachrichtendienst NSA - wurde einmal mehr deutlich, dass solche Korrespondenz aber nicht unbedingt Privatsache ist. Vater Staat liest mit. Jedenfalls könnte er.

Das will das schwedische Entwicklerteam um Peter Sunde nun ändern. Die Nachrichten-App mit dem Namen Hemlis soll Nachrichten so verschlüsseln, dass nur Sender und Empfänger Zugang haben. «Wir entwickeln eine Nachrichten-App, die niemand aushorchen kann. Nicht mal wir», verspricht der Projektleiter. Hemlis ist schwedisch und bedeutet «Geheimnis».

Ohne Werbung

«Behörden und Firmen überwachen heute jegliche Netzwerk-Kommunikation», erklärt Sunde in einem Internet-Video. «Die Politiker werden das nicht stoppen. Im Gegenteil: Sie wollen noch mehr». Deshalb habe man sich für die Entwicklung einer abhörsicheren Plattform entschieden.

(Quelle: YouTube/Linus Ollson)

Abhörsichere App «Hemlis» aus Schweden

Die App richtet sich an all jene, die sich nicht länger vom Staat aushorchen lassen wollen. Die Entwickler versprechen eine sichere und bedienerfreundliche Handhabung, die ausserdem ganz ohne Werbung klarkommt.

Ob Hemlis wirklich abhörsicher ist, wird sich weisen. Fest steht, dass die Entwickler den richtigen Zeitpunkt gewählt haben und die Gunst der Stunde zu wissen nutzen. Doch die Konkurrenz wird sicher nicht lange mit ähnlichen Entwicklungen auf sich warten lassen.

Finanzierung mit Crowdfunding

Finanziert wird Hemlis mittels Crowdfunding, also mit freiwilligen Beiträgen von zukünftigen Nutzern. Je nach Betrag erhält der Spender Zugriff auf verschiedene Features von Hemlis. Ab 10 Dollar kann man sich als Benutzer bereits jetzt registrieren. Ab 500 Dollar wird man als Fundraiser erwähnt.

Als Startkapital peilt Sunde 100 000 Dollar an. Dies zu erreichen dürfte ein Leichtes sein. Gemäss Hemlis-Homepage liegt der Kontostand schon bei rund 67 000 Dollar. 

Mitbegründer von «Pirate Bay»

Peter Sunde ist in der digitalen Welt kein Unbekannter. Er ist Mitbegründer und ehemaliger Sprecher des umstrittenen Filesharing-Portals «Pirate Bay». Die Seite ermöglicht Usern den Austausch von Dateien. Auch neue Kinofilme und andere urheberrechtlich geschützte Inhalte werden hier zum Download angeboten.

Meistgesehen

Artboard 1