Zu Hause bei
Fabian Anderhub: «Ich bin nicht so der Mieter-Typ»

Fabian Anderhub (32) hat ein Faible für Amerika. Am liebsten würde er seine vier Wände in Eschenbach LU ganz im US-Stil einrichten. Aber dazu – und auch zum Kochen – fehlt dem Vielbeschäftigten die Zeit.

Barbara Ryter
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Seine Leidenschaften, die Musik und Amerika, sind bei Fabian Anderhub überall in der Wohnung präsent.EMANUEL FREUDIGER

Seine Leidenschaften, die Musik und Amerika, sind bei Fabian Anderhub überall in der Wohnung präsent.EMANUEL FREUDIGER

Wie die typische Wohnung eines Single-Mannes sieht es bei Fabian Anderhub zu Hause nicht aus. Die viereinhalb Zimmer sind sauber aufgeräumt, auf dem Tisch im Wohnzimmer steht eine Vase mit einem Strauss frischer Tulpen. Auf den zweiten Blick erkennt man, dass hier jemand lebt, dessen Herz für die Musik schlägt.

Bob Dylan und Johnny Cash an der Wand

An jeder Wand hängen sorgfältig gerahmte Poster von Musikern, von Bob Dylan über Iggy Pop bis zu Johnny Cash – übrigens Anderhubs Lieblingsbild. «Ich habe es von einem befreundeten Kunsthändler», erzählt er. Sowieso: So einige Sachen in der Wohnung hat er bei seinem Freund befunden. Das auffälligste Stück ist eine Reihe alter Kino-Sessel, die im Wohnzimmer stehen. «Sie sind über 100 Jahre alt», präzisiert der Musiker. Da sie noch immer sehr stabil seien, könne man bequem darauf sitzen.

Es sieht fast aus, als ob Fabian Anderhub ein Sammler wäre. In einem der Räume, im sogenannten Gitarren-Zimmer, befinden sich rund 30 Stück der Musikinstrumente – in allen möglichen Ausführungen und Grössen. «Wenn ich etwas entdecke, das mir gefällt, geht es mir nicht mehr aus dem Kopf, bis ich es habe», erzählt Anderhub und fügt mit einem Lachen an: «Erst, wenn dann das Konto leer ist, mache ich mir meine Gedanken.»

Eine Farm mit Terrasse und Scheune

Nebst Bildern und Gitarren hat Anderhub eine Sammlung von kanadischen Autonummern, die er in Reih und Glied im Wohnzimmer ausgestellt hat. Anderhub hat einen Teil seiner Jugend in Kanada verbracht, was ihn nachhaltig geprägt hat. Noch heute träume er vom kanadischen oder auch amerikanischen Lebensstil. «Wenn ich an mein Traumhaus denke, sehe ich eine Farm mit zwei Schaukelstühlen auf der Terrasse und Zapfsäulen bei der Scheune», sagt er.

Am liebsten würde er die ganze Wohnung im US-Stil einrichten, wie ein befreundeter Konzertveranstalter aus Deutschland, auf dessen Bühne er schon einige Male gespielt hat. «Bei ihm fühlt man sich fast wie in einem Museum.» Aber vielleicht würde ihm das mit der Zeit auch verleiden. So begnügt er sich im Moment auf einige Gadgets.

Die Familie um die Ecke

Das Schweizerische drückt beim kanadischen Blues-Musiker mit Schweizer Pass aber doch durch. Den massiven Holztisch mitten in der Stube hat er von seinem Bruder bekommen. Er war ein Gewinn eines Schwingfestes in der Gegend. «Mein Bruder war früher ein guter Schwinger», erzählt Anderhub. Dieser wohnt mit seiner Familie nur ein paar hundert Meter um die Ecke in einem alten Bauernhaus, in dem die Brüder aufgewachsen sind, bevor die Familie nach Kanada auswanderte.

Vielleicht deshalb der Hang zu einer Farm? «Das kann gut sein», meint er. Obwohl er als Kind nicht immer so begeistert vom Leben im Bauernhaus gewesen sei. Anderhub: «Im Winter fror ich oft. Ich schätze es heute umso mehr, in einer warmen Wohnung leben zu können.» Diese hat er sich vor zweieinhalb Jahren gekauft. «Ich bin nicht so der Mieter-Typ.» Das Geld für die eigene Wohnung habe er jahrelang mit harter Arbeit zusammengespart, betont er. «Manche Leute bekommen von ihren Eltern eine Wohnung geschenkt, das war bei mir nicht der Fall.» Fast hätte er ein Haus sein Eigen nennen können, «aber dann bot ein Immobilienmakler einiges mehr an Geld, bekam das Grundstück und riss das Haus ab. Das tat schon weh».

Eine Lust auf Kochen

In der Wohnung fühlt er sich trotzdem wohl, obwohl er nicht sehr oft zu Hause ist. Mit seinem Job und der Musik ist er zu 200 Prozent ausgelastet. Die Küche bleibt bei Fabian Anderhub deshalb meistens unberührt. «Als Single habe ich keine grosse Lust, für mich alleine einzukaufen und zu kochen», sagt er. Lieber gehe er abends mit einem Kollegen etwas essen. «Oder ich spiele noch etwas auf meinen Gitarren und übe neue Songs ein», sagt er und lobt im selben Atemzug seine verständnisvollen Nachbarn. «Aber schliesslich beachte ich immer die Regeln der Hausordnung und halte die Ruhezeiten ein.»

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