Wissensbissen

Besser sehen dank Rüebli: Woher diese Volksweisheit kommt und was wirklich dran ist

Besser sehen dank Rüebli: Woher diese Volksweisheit kommt und was wirklich dran ist

Nicolas Godinot, Kurator des Museums für Ernährung «Alimentarium» in Vevey, klärt auf.

Die Beliebtheit des Rüebli geht zurück auf die Anbauschlacht im Zweiten Weltkrieg. Und hier wurzelt auch der Glaube, Rüeblikonsum würde die Sehkraft verbessern. Das stimmt nicht ganz.

Was macht man, um ein ganzes Volk dazu zu bewegen, möglichst viel Gemüse anzubauen? Man gibt den Leuten das Gefühl, etwas besonders Gesundes zu machen.

So geschehen in England während der Anbauschlacht im Zweiten Weltkrieg. Damals rührte der Staat fürs Rüebli kräftig die Werbetrommel. Etwa mit dem versprechen, dass, wer viel von den orangen Wurzeln isst, nicht nur tagsüber besser sieht, sondern auch nachts. Und tatsächlich: Die Menschen assen Rüebli in allen Formen. 

Vertuschte Kriegstaktik und Vitamin A

Und damit liess sich auch eine kriegerische Taktik vertuschen: Die Radarsysteme der Royal Air Force konnten verheimlicht werden, indem die Erfolge in den Nachtkämpfen dem hohen Rüeblikonsum der Piloten zugeschrieben wurde.

Allerdings ist die Sache mit dem Rüebli und den Augen nicht weit hergeholt. Nicolas Godinot, Kurator des Museums für Ernährung «Alimentarium» in Vevey, klärt auf: «Das Vitamin A im Rüebli spielt tatsächlich eine Rolle bei der Entwicklung der Nerven und des Sehsinns. Aber übermässig Rüebli essen beschert keine bessere Sicht – auch nicht im Dunkeln.» (SRF/smo)

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