Kolumne

Hat jemand vergessen, den Models zu sagen, wie man modelt?

Die Models von Zara präsentieren die Kleidung auf skurrile Weise.

Die Models von Zara präsentieren die Kleidung auf skurrile Weise.

Einfach da stehen und das Kleidungsstück in Szene setzen? Fehlanzeige. Das war wohl gestern. Heute ist anscheinend skurril angesagt, wie das Beispiel Zara zeigt.

Okay, zugegeben. Momentan geht es überall etwas drunter und drüber. Wer noch immer im Homeoffice ist, achtet aktuell weniger auf die Kleidung als sonst. Da kann es schon mal vorkommen, dass das T-Shirt am Morgen falsch herum angezogen wird oder dass man zwei verschiedene Socken trägt. Alles nur halb so schlimm.

Was aber Marken wie Zara machen, das versteht keiner so richtig. Man könnte meinen, dass Bekleidungsfirmen ihre Produkte schön in Szene setzen wollen. Betonung liegt auf könnte meinen. Denn als ich mal wieder online shoppen wollte, dachte ich, ich sehe nicht richtig.

Je länger ich durch die Bilder in der App scrolle, desto mehr frage ich mich, ob ich statt auf einer Modeseite auf der Website eines Chiropraktikers gelandet bin. Models, die unmögliche Posen machen, bei denen mir der Rücken nur vom Anschauen schon wehtut, füllen meinen Bildschirm.

Und es kommt noch besser: Models, die nicht einmal wissen, wie man ein Kleidungsstück richtig anzieht. Die eine zieht einen Mantel falsch herum an, die andere stellt sich einen Schuh auf den Kopf. Auch weiterscrollen bringt nichts, denn die Posen der Models werden nicht normaler. Einfach da stehen und das Kleidungsstück in Szene setzen? Fehlanzeige. Das war wohl gestern. Heute ist anscheinend skurril angesagt.

Doch ich bin bei weitem nicht die Einzige, die sich an dem neuen Trend stört. Eine weitere Shopperin haben die Posen dermassen irritiert, dass sie nun alle Bilder auf einem eigens dafür erstellten Twitter-Account postet. Sie geht sogar so weit, die Models mit dem sich immer verrenkenden Mädchen aus dem Horrorfilm «The Ring» zu vergleichen.

Und da fällt mir eine Frage ein: Gibt es so etwas wie eine Modelschule? Falls ja, könnte man die Models dieser Firmen dort hinschicken? Dann wäre das Onlineshoppen zumindest etwas angenehmer. Denn die Posen nachmachen, um zu schauen, ob mir das Kleidungsstück stehen würde, ist keine gute Idee – es sei denn, ich will tatsächlich zum Chiropraktiker.

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