Kolumne
Herzliches Palästina

Eine Schönheit ist die Stadt zwar nicht, aber die Herzlichkeit ihrer Bewohner berührend - eine Postkare aus Ramallah.

Stefan Welzel
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Ramallah ist eine Stadt, die die meisten Menschen aus den Nachrichten über den Nahostkonflikt kennen. Sie ist Sitz des Palästinenserpräsidenten und politisches Zentrum des Westjordanlandes. Und dessen kulturelle Metropole – zumindest was das weltliche Leben angeht. Touristen verirren sich selten nach Ramallah. Fast gänzlich ohne Besucher aus dem Ausland ist die Stadt, wenn die Unruhen im Westjordanland wieder einmal zunehmen. Die wenigen, die dann bleiben, gehören meist einer NGO an. Daher wird man als klassischer Tourist in schwierigen Zeiten umso zuvorkommender von den Einwohnern behandelt.

So schien es mir zumindest, als ich Ende 2018 ein paar Tage dort verbrachte. Eine Schönheit ist Ramallah nicht – dafür fehlt es an architekturhistorischem Erbe. Aber die Herzlichkeit von Friseur oder Gemüsehändler, die Gastfreundschaft der Barkeeper in den Kneipen und das ehrliche Interesse der Studierenden in den Cafés am Gespräch berührten mich. So sehr, dass ich einen Besuch Ramallahs wärmstens empfehlen kann – auch wenn es sinnvoll sein mag, die nächste, politisch etwas ruhigere Phase abzuwarten.

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