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Vielen geht es seelisch gut – jetzt muss die psychische Gesundheit erst Recht oberste Priorität werden

Eine neue Untersuchung zeigt: Wir haben die Krise international besser verkraftet als gedacht. Kinder und Jugendlichen aber geht es immer schlechter. Jetzt gilt es, zu handeln. Ein Kommentar.

Anna Miller
Anna Miller
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Nicht hinlegen, handeln: Psychische Gesundheit muss Priorität haben.

Nicht hinlegen, handeln: Psychische Gesundheit muss Priorität haben.

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Eine internationale Untersuchung zu den psychischen Auswirkungen der Pandemie zeigt: Die Gesellschaft hat die Corona-Krise besser weggesteckt als gedacht. Die meisten Menschen bewegen sich psychisch wieder auf dem Niveau vor der Pandemie.

Das ist eine gute Nachricht. Und zeigt, wie gut der Mensch eine Krise verkraften kann. Doch darauf dürfen wir uns nicht ausruhen. Denn: Schon heute gehören psychische Krankheiten zu den am meisten verbreiteten Erkrankungen überhaupt. Auch verursachen sie alleine in der Schweiz volkswirtschaftliche Kosten von über sieben Milliarden Franken pro Jahr. Das alles war schon vor der Pandemie hinlänglich bekannt.

Getan wurde bisher auf politischer und wirtschaftlicher Ebene wenig. Die psychotherapeutische Versorgungssituation ist in der Schweiz mangelhaft - und führt nun vor allem bei Kindern und Jugendlichen zu Notsituationen.

Die Situation erinnert schmerzlich an das Tauziehen im Gesundheitswesen: Die einen müssen ausbaden, worin die anderen nicht investieren wollen. Und auch in punkto psychischer Gesundheit hält das System, unser System, noch knapp, was diese nervöse Welt uns alles entgegenwirft. An Leistung, Verantwortung, Effizienz.

Doch Corona hat uns gezeigt, wie fragil die Welt ist. Und wie schnell alles ändern kann. Und genau so ist es auch mit uns. Es ist Zeit, die psychische Gesundheit individuell, gesellschaftlich und wirtschaftlich zur Priorität zu machen.

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