Sieben Fragen

Dank der modernen Medizin können auch homosexuelle Paare Kinder kriegen – aber nicht alles ist erlaubt

Seit drei Jahren dürfen in der Schweiz Eizellen vor dem Einsetzen in den Mutterleib auf Chromosomenstörungen und Gendefekte untersucht werden.

Seit drei Jahren dürfen in der Schweiz Eizellen vor dem Einsetzen in den Mutterleib auf Chromosomenstörungen und Gendefekte untersucht werden.

Eizellenspende, Leihmutterschaft, gezielte Auswahl eines Embryos – was ist möglich, was ist legal? Hier gibt es Antworten auf die sieben wichtigsten Fragen.

1. In welchen Fällen ist eine Samenspende legal?

In der Schweiz ist die Samenspende nur für verheiratete Paaren bei Unfruchtbarkeit des Vaters erlaubt. Homosexuelle Paare und alleinstehende Frauen sind damit ausgeschlossen. Zudem darf die Samenspende nicht anonym erfolgen und der Spender darf nicht ausgewählt werden. In vielen Ländern wie Österreich, Spanien, dem Vereinigten Königreich und Dänemark sind die Gesetze dazu weniger streng (siehe Grafik oben).

2. Wie funktioniert eine Befruchtung ohne Geschlechtsverkehr?

Bei der einfachsten Variante, der Insemination, wird der männliche Samen mit einem Katheter durch die Scheide in die Gebärmutter gegeben. Dies wird gleich nach dem Eisprung, also während der fruchtbaren Tage, gemacht. Diese Methode war bereits Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts bekannt. In den Siebzigern gelang es dann auch, Eizellen ausserhalb des weiblichen Körpers im Reagenzglas zu befruchten.

3. Wie läuft die Befruchtung im Reagenzglas ab?

Für die In-Vitro-Fertilisation werden der Frau mittels Punktion einige Eizellen entnommen und im Reagenzglas unter optimalen Bedingungen mit Samenzellen zusammengeführt. Maximal drei befruchtete Eizellen werden dann in die Gebärmutter gegeben. Das erste so gezeugte Baby kam 1978 in England zur Welt. In den Neunzigern wurde eine andere Methode entwickeln, die inzwischen häufiger angewendet wird: die intrazytoplasmatische Spermieninjektion. Dabei wird ein einzelnes Spermium ausgewählt und damit die Eizelle befruchtet. Das erhöht die Chancen auf Erfolg bei schlechter Spermienqualität.

4. Können auch Eizellen gespendet werden?

Ja, Eizellen können einer Spenderin entnommen, künstlich befruchtet und einer anderen Frau eingesetzt werden. In der Schweiz und in Deutschland ist dies aber nicht erlaubt. Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz dürfen nur die Vorbereitungen für eine Eizellenspende im Ausland übernehmen. Legal ist die Eizellenspende unter anderem in Österreich, Italien, Frankreich und den USA. Viele Länder und auch einzelne Kliniken haben aber eine Altersgrenze für die Mutterschaft festgelegt.

5. Wie steht es mit der Leihmutterschaft?

Bei der Leihmutterschaft trägt eine Frau für andere Eltern ein Kind aus und bringt es zur Welt. Nach der Geburt kommt das Baby zu den Wunscheltern. Auf diese Weise kann ein schwuler Mann zu einem Kind kommen, das auch genetisch sein eigenes ist. In der Schweiz und den meisten anderen europäischen Ländern ist dies aber verboten. Erlaubt ist es in England, Belgien, den Niederlanden und Portugal unter gewissen Voraussetzungen.

6. Können Eizellen gezielt ausgewählt werden?

Bei einer künstlichen Befruchtung können die befruchteten Eizellen vor dem Einsetzen in den Mutterleib genetisch untersucht werden, um Chromosomenstörungen wie Trisomie 21 oder Gendefekte zu erkennen. In der Schweiz ist dies seit 2017 erlaubt. Nicht zugelassen ist es dagegen, Embryonen aufgrund des Geschlechts oder körperlicher Merkmale auszuwählen.

7. Können Eizellen und Spermien eingefroren werden?

Bleiben bei einer In-Vitro-Fertilisation befruchtete Eizellen übrig, können diese in flüssigem Stickstoff eingefroren werden. Die ersten Babys aus gefrorenen Embryos sind bereits 1983 geboren. Auch unbefruchtete Eizellen und Spermien können gefroren konserviert werden. In der Schweiz ist die sogenannte Kryokonservierung gesetzlich auf fünf Jahre beschränkt.

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