Nachgefragt

Ernährungsberaterin Tamara Meier: «Gesund essen heisst nicht, nur Salat und Gemüse zu sich zu nehmen»

Um sich gesund zu ernähren, braucht es mehr als nur Salat, sagt Ernährungsberaterin Tamara Meier.

Um sich gesund zu ernähren, braucht es mehr als nur Salat, sagt Ernährungsberaterin Tamara Meier.

In der Isolationszeit fällt es vielen schwer, auf die Ernährung zu achten. Gerade weil der Gang zum Kühlschrank immer wieder eine verlockende Ablenkung darstellt.

Eine Pizza kann auch mit Gemüse angereichert werden. Und statt Pommes können es Süsskartoffeln sein – dann ist das schlechte Gewissen nicht mehr so gross. Oder? «Es ist schon in Ordnung, sich etwas zu gönnen. Die Menge macht das Gift – man muss sich selbst kontrollieren können», sagt die Zürcher Ernährungsberaterin Tamara Meier. Sie hält nicht viel von der klassischen Ernährungspyramide und hat Ratschläge für die Isolationszeit.

In den Supermärkten klaffen häufiger Lücken in den Gemüsekisten als früher. Wird bloss gehamstert oder ernähren wir uns wirklich gesünder?

Tamara Meier: Ich weiss es nicht, aber wenn die Leute hamstern, tun sie das eher mit anderen Produkten. Ich glaube aber auch nicht, dass sich die Mehrheit jetzt plötzlich gesund ernährt. Das ist bei den meisten ein längerer Prozess.

Wie sieht dieser Prozess aus?

Man sollte sich Zeit nehmen und sich über den eigenen Körper informieren. Ernährungspyramiden sind zu pauschal. Man kann die Aussagen nicht für jeden einzelnen übernehmen, denn für jede Person bedeutet gesunde Ernährung was anderes – Menschen sind individuell.

Was raten Sie?

Jetzt haben wir Zeit herauszufinden was wir mögen, was zu uns passt und was wir erreichen wollen. Viele müssen auch verstehen, was gesunde Ernährung wirklich ist. Denn diese besteht nicht nur aus Salat und Gemüse. Nur weil man viel Salat isst, isst man nicht gleich gesund. Es geht auch um das, was man nicht isst. Ausserdem ist das, was jeder zu sich nehmen sollte, sehr individuell.

Wieso ist das so individuell?

Es gibt verschiedene Wege, so etwas herauszufinden. Das geht beispielsweise mit facereading. Da schaue ich mir die Gesichtszüge der Person an und kann daraus schliessen, was für eine Diät funktioniert oder eben auch ausschliessen, was nicht funktioniert.

Wie lautet die andere Methode?

Die DNA jedes Menschen spielt hier eine grosse Rolle. Sie ist quasi die Software unseres Körpers. In ihr sind sieben Generationen gespeichert und das ist einer der Gründe dafür, weshalb gesunde Ernährung individuell ist. Es gibt zwar Grundlagen, die für alle wichtig und richtig sind, jedoch keine Diät, die per se bei jeder Person funktioniert.

Kann anhand der DNA-Analyse ein Plan erstellt werden?

Ja, bei einem hochwertigen DNA-Test ist ein flexibler Ernährungsplan mit dabei. Dann weiss man ob beispielsweise die Low-Carb-Ernährung, also Gerichte mit einem geringen Anteil an Kohlenhydraten, für einen persönlich gesund ist oder ob man vielleicht eher Low-Fat/High-Carb essen muss, um sein Ziel zu erreichen. Wenn man es mit einer Diät versucht, die nicht zum Körper passt, dann kann es schon vorkommen, dass man jahrelang strikt mit sich selbst ist, eine Diät durchzieht, Sport macht und sich trotzdem nichts ändert. Macht man es aber richtig, dann kann man sich auch mal etwas gönnen.

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