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Geboren als Mann, dann Familienvater, heute Trans-Prostituierte: «Mein Leben ist eine grosse Geschichte»

Transsexuelle Prostituierte und Familienvater

Vom Ehemann zur Transprostituierten: Electra Elite spricht offen über ihren ungewöhnlichen Lebensweg.

Geboren als Mann, war Electra Elite früher verheiratet und zweifacher Familienvater. Heute ist sie Transfrau und Prostituierte und die Familie steht hinter ihr. In der Sendung TalkTäglich sprach sie über ihren ungewöhnlichen Lebensweg und ihre Arbeit in Zeiten der Coronapandemie.

«Mein Leben ist eine grosse Geschichte», sagt Electra Elite. In der Sendung TalkTäglich der TV-Sender von CH Media, zu der auch dieses Newsportal gehört, hat sie von ihrem ungewöhnlichen Lebensweg erzählt.

Die Geschichte beginnt damit: «Ich war ein Kind aus Ex-Jugoslawien, ich habe drei Kriege hinter mir.» Als der Junge langsam zum Mann wurde, trug er gern Mutters Schuhe oder schminkte sich. Doch dann lernte er eine Frau kennen, verliebte sich, heiratete, wurde Vater zweier Kinder. Den Wunsch, statt Mann Frau zu sein, verspürte er noch nicht. Das kam erst später. 

Heute ist er als Electra Elite auf dem Weg zur Frau. Das braucht Mut. Oder auch einfach Selbstliebe: «Ich liebe mich so sehr, dass ich negative Kommentare gar nicht an mich heran lasse. Ich lebe mein Leben und für Kommentare von anderen bin ich schon lange taub geworden.»

Im Rücken hat sie zudem noch immer ihre Familie. «Sie schauen jetzt auch zu», sagt sie im TV-Talk. Ihre Ex-Frau bezeichnet sie als «sehr, sehr gute Kollegin». «Sie kann sich immer auf mich verlassen. Und ich mich auf sie.»

Vorteil der Prostituierten: «Ich denke wie ein Mann»

Noch ist Electra Elite eine Frau mit Penis. Ganz Frau zu werden, auch körperlich, ist aber ihr Wunsch. In zwei, drei Jahren werde es soweit sein. In ihrem Job habe sie als Transgender vor allem Vorteile. Etwa bei den männlichen Kunden: «Ich sehe zwar aus wie eine Frau, denke aber wie ein Mann.»

Sehen Sie hier die Sendung TalkTäglich mit Electra Elite in voller Länge:

Transsexuelle Prostituierte und Familienvater

«70 Prozent halten die Corona-Schutzmassnahmen nicht ein»

Es ist der Strassenstrich, wo Electra Elite arbeitet. Sie schätzt, dass aktuell rund 70 Prozent ihrer Berufskollegen und -kolleginnen die vom Bundesamt für Gesundheit verordneten Schutzmassnahmen gegen das Coronavirus nicht einhalten. «Ich ich halte mich daran, ich verspreche es», sagt Electra Elite. «Sie können gern vorbeikommen und kontrollieren.» (smo)

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