Reisen

Kulturgut in der Nähe: Auf einer Velotour durch Bayern warten Klöster und historische Biere

Pedalen am bayrischen Meer bietet viel Kultur und noch mehr Natur.

Pedalen am bayrischen Meer bietet viel Kultur und noch mehr Natur.

Ab nach Bayern! Auf der Velotour rund um den Chiemsee Brauereien und Klöster entdecken und einen schönen Ort zu Fuss erkunden.

Wenn die Glocke der Fähre von Stefan Borger rasselt, lässt der Wirt vom Gasthaus Roiter alles stehen und liegen und eilt los.

Meistens hat er Fahrradausflügler über die Alz zu schippern– der sanft durch die Chiemgauer Landschaft mäandernde Fluss ist eine Augenweide. Stefan Borger, der im letzten Winter noch in den Bündner Bergen kochte, hilft seit Mai mit, die 1899 begonnene Fährengeschichte fortzuführen. Er zieht uns in seiner Fähre über das Wasser, mitten in einem kleinen Naturparadies nahe der Chiemgauer Gemeinde Altenmarkt. Unsere Tour startete im geschichtsträchtigen Seebruck, einem direkt am Chiemsee liegenden ehemaligen Römerort.

Andrea Wittmann nimmt uns mit auf eine abwechslungsreiche Velorundtour. Sie kennt Land und Leute rund um das bayrische Meer, wie die Chiemgauer ihren See nennen, aus dem Effeff.

Wittmann ist nicht nur Begleiterin von Velotouren, sondern Weltrekordhalterin im Dauerjodeln (15 Stunden 11 Minuten) und Biersommelière. Und führt uns durch die Erlebnisbrauerei Camba Bavaria in Seeon, wo über die Jahre bereits mehr als 250 verschiedene Biere gebraut wurden. «Leopold Mozart, der viele Jahre lang mit seinem berühmten Sohn Wolfgang Amadeus das Kloster Seeon – heute ein Hotel – besuchte, war dem Bier sehr zugetan», sagt sie.

Ein Abstecher in eine der zahl­reichen Bierbrauereien und zu den ­Klöstern und Schlössern rund um das Seenparadies Bayerns gehört unabdingbar zu den Chiemgauer Rad-Exkursionen. Das Kloster Seeon besuchen wir auf einer abwechslungsreiche 14-Seen-­Radtour, auf der wir einige der vielen kleinen Geschwister des Chiemsees kennen lernen.

Viele sind Toteisseen aus der letzten Eiszeit. Einer der schönsten ist der Langbürgner See, mitten in einem Naturschutzgebiet, in dem man jedoch baden darf.

Mit dem Schiff auf die autofreie Insel

Ganz ohne Radl, dafür mit dem Schiff, geht es zur Fraueninsel, mitten im Chiemsee. Kultur, Religion, Tradition: Hier finden wir ein Kloster, zwanzig Nonnen, sechs Berufsfischer, diverse Enten und an die 250 Einheimische. Die Fraueninsel im Chiemsee ist ein Kleinod.

Der auto- und fahrradfreie Ort mit seinen zwölf Hektaren ist auf einem Spaziergang bald einmal umrun­det. Wir verweilen unter den über tausendjährigen Linden, am Seeufer oder in den kleinen, feinen Restaurants, die regio­nalen Fisch wie etwa die Chiemsee-Renke servieren. Kunsthandwerker-Lädchen laden zudem zum Stöbern ein. Das Benediktinerinnenkloster Frauenwörth, das älteste Nonnenkloster in Deutschland, steht nur den Kloster­gästen offen. Zugänglich sind dessen schöner Friedhof, die 1200 Jahre alte Klosterkirche und die karolingische Torhalle.

Irmengard, Tochter König Ludwigs und Urenkelin Karls des Grossen, baute um 850 das damals halb zerfallene Kloster wieder auf. Ihr werden bis heute Heilkräfte zugeschrieben. Davon zeugen die vielen Dankesbriefe, die in der Klosterkirche hängen .

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1