Himmelsspektakel

Madame Etoile deutet die Mondfinsternis – ihr schwant Böses

Monica Kissling alias «Madame Etoile» deutet den Mond vom Freitagabend. (Archivbild)

Monica Kissling alias «Madame Etoile» deutet den Mond vom Freitagabend. (Archivbild)

Die Schweizer Astrologin Monica Kissling – bekannt als «Madame Etoile» – blickte von 1991 bis 2016 wöchentlich für die SRF-3-Hörer in die Sterne. Für diese Zeitung deutet sie die Mondfinsternis vom Freitagabend.

Frau Kissling, welche astrologische Bedeutung hat die totale Mondfinsternis vom Freitag?
Monica Kissling: Finsternisse sind aus astrologischer Sicht bedeutsam, vor allem, was globale Entwicklungen betrifft. Wir befinden uns in diesem Sommer in einer «Finsternis-Phase»: Sonnenfinsternis am 13. Juli, Mondfinsternis am 27. Juli und Sonnenfinsternis am 11. August. Jede Finsternis wirkt «vor» und «nach» – das heisst, es ist nicht gerade an diesem Tag ein besonderes Ereignis zu erwarten, sondern wir sollten die Tage rund um die Finsternisse im Auge behalten.


Am Freitag nähert sich der Mars zudem stark der Erde an.
Astrologisch deutet dies auf eine konfliktreiche Zeit, in der vor allem auch alte Auseinandersetzungen wieder neu entflammen. Das kann zwischen Ländern, Organisationen und einzelnen Menschen passieren. Auch die Kräfte der Spaltung und der Rebellion sind zurzeit sehr aktiv.


Sie sehen die Mondfinsternis als Botin politischer Spannungen?
Nicht nur. Angesichts des dominanten Mars sind leider auch die Unfallgefahr und das Risiko von Cyberattacken oder bedrohlichen Naturereignissen stark erhöht. Letzteres sehen wir aktuell an den verheerenden Bränden in Griechenland und Schweden. Die Mondfinsternis vom Freitag hat nach meiner Ansicht aber klar eine politische Dimension. Das heisst: Konflikte, Provokationen, Drohungen, die sich zurzeit abspielen, können potenziell gefährliche und vor allem auch unberechenbare Entwicklungen in Gang bringen. Insofern sind zum Beispiel die Drohgebärden zwischen den USA und dem Iran beunruhigend.


In den USA wird man die Mondfinsternis nicht mitverfolgen können, in Europa hingegen schon. Welche Auswirkungen zeigen sich auf unserem Kontinent?
Der Fall Mesut Özil in Deutschland passt sehr gut zur aktuellen Mondfinsternis. Die Emotionen gehen in den Tagen um diese Finsternis besonders hoch. Zu einer Mondfinsternis braucht es ja immer einen Vollmond, und der Vollmond vom Freitag birgt in besonderem Mass die Tendenz zu emotionalen Überreaktionen und Kurzschlusshandlungen. Man könnte auch sagen: Dies ist ein hochpotenter, gewissermassen testosterongesteuerter Vollmond mit entsprechender Energie, für die wir sinnvollerweise einen konstruktiven Kanal finden sollten.


Was raten Sie jenen, die diese Energie verspüren? Wie findet man jenen Kanal, den Sie ansprechen?
Unter dem starken Mars können wir sehr viel bewegen – auch im Guten! Uns für einen guten Zweck zu engagieren, kann ein sinnvoller Kanal sein. Die Zeit ist auch günstig, um auszusteigen aus Projekten und Verbindungen, die uns belasten oder einfach nicht mehr passen. Die Kunst besteht jetzt gerade darin, uns aus Konflikten zu lösen. Will heissen: sie bereinigen oder – falls das nicht möglich ist – uns abgrenzen. Unter dem kritischen Vollmond ist Impulskontrolle oberstes Gebot: Wir sollten uns zurückhalten mit unreflektierten Aktionen und uns in Gelassenheit üben. Überschüssige Energie lenken wir am besten in sportliche Bahnen oder gehen in die Natur, um Ruhe zu finden.


Manche Menschen schauen der Mondfinsternis mit Beunruhigung entgegen. Können Sie dem Ereignis denn auch etwas Positives abgewinnen?
Eine Konstellation beinhaltet immer positive und negative Aspekte, das heisst, sie beschreibt Möglichkeiten und Risiken. Was wir daraus machen, liegt allein in unserer Verantwortung.


Gewisse Ihrer Berufskollegen bringen schlimme Ereignisse wie etwa das Zugunglück von Eschede im Juni 1998 mit zeitlich nahestehenden Finsternissen in Verbindung. Glauben Sie an solche Zusammenhänge?
Wir Astrologen «glauben» nicht an solche Zusammenhänge, wir beobachten und erforschen sie. Es gehört zur Aufgabe von Astrologen, Schlüsse aus den Ereignissen rund um Finsternisse und andere Konstellationen zu ziehen. Weil jede Konstellation in der Gesamtheit einzigartig ist, kann man aber nicht einfach von der Vergangenheit auf die Zukunft schliessen. Jede Finsternis muss neu betrachtet und im aktuellen globalen Kontext gedeutet werden. Wichtig ist: Mit der Astrologie können wir keine konkreten Ereignisse vorhersagen. Wir können jedoch die Qualität der Zeit beschreiben und daraus ableiten, was im besten oder schlimmsten Fall in dieser Zeit ansteht. Der Sinn der Astrologie ist, auf die Potenziale hinzuweisen, aber auch auf die möglichen Gefahren.


Wo und wie verfolgen Sie persönlich die Mondfinsternis am Freitag?
Ich werde mir einen schönen Platz in der Natur suchen und die Finsternis zusammen mit lieben Menschen anschauen.

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