Leben

Mehr als Fast Food: Selbst gemacht wird der Hotdog zum kulinarischen Highlight

© Andreas Empl

Der Hotdog gehört zum Sommer wie die Sonnenbrille und die gute Laune. Warum also nicht ein Hotdog-Festival zu Hause veranstalten?

Schnell in der Hand, günstig, und selbst von Kleinkindern einigermassen kleckerfrei zu essen: Hotdogs gehören in fast jeder Badi zum festen Verpflegungsangebot. Nur als kulinarisches Erlebnis gehen die Würstchen im Brot selten durch, zu billig die Zutaten, zu lieblos die Zubereitung. Doch es geht auch anders. Wie, zeigen wir in diesem Artikel.

Dass es die heisse Wurst überhaupt ins Brot geschafft hat, haben wir dem Deutschen Karl Feldmann zu verdanken. Mitte des 19. Jahrhunderts kam er als 15-Jähriger nach New York und versuchte, sich mit dem Verkauf von Kuchen über Wasser zu halten. Dann hatte er die Idee seines Lebens: Er liess sich einen Verkaufswagen konstruieren, auf dem er die geliebten Würstchen aus der Heimat braten konnte. Neu war, dass er sie in ein aufgeschnittenes Brötchen legte und mit Sauerkraut garnierte. Der Hotdog war geboren.

Die neue Möglichkeit, im Gehen zu essen, traf in der geschäftigen Stadt ins Schwarze. Bereits im ersten Jahr soll Feldmann 4000 seiner neuen Kreationen verkauft haben. 1871 wurde aus Karl Feldmann Charles Feldtman. Der erfolgreiche Geschäftsmann und Restaurantbetreiber hinterliess ein riesiges Vermögen.

Die Deutschen und ihre würstchenförmigen Hunde

Woher der Begriff Hotdog stammt, ist indes nicht ganz klar. Deutsche Metzger sollen in den USA bekannt dafür gewesen sein, würstchenförmige Hunde zu halten. Die vage Ähnlichkeit der Dackel mit den Würsten führte unweigerlich zu Assoziationen.

Ausserdem ging das Gerücht um, dass für die Herstellung der Würste ab und zu auch Hunde dran glauben mussten. Ob das stimmt, kann niemand mehr bestätigen. Heute muss zum Glück niemand mehr Hunde essen, und dem Hotdog steht eine kulinarische Aufwertung, weg vom Fast Food, hin zur variantenreichen Mahlzeit, bevor.

Zelebrieren Sie zu Hause in aller Gemütlichkeit den Fast Food. Ein mit frischen Zutaten zubereiteter Hotdog kann sehr wohl der Hauptgang beim nächsten Essen sein. Sind die wichtigsten Komponenten dafür – etwa das Brot und die Sauce – selbst gemacht, hat die eingeklemmte Wurst gar das Potenzial, zum kulinarischen Highlight zu werden.

Das Brötchen

Keine Lust auf die gummigen Buns aus dem Supermarkt? Hotdog-Brötchen selbst zu backen, ist keine Hexerei, der geschmackliche Unterschied aber enorm.

Keine Lust auf die gummigen Buns aus dem Supermarkt? Hotdog-Brötchen selbst zu backen, ist keine Hexerei, der geschmackliche Unterschied aber enorm.

Rezept für 8 Brötchen
1 Würfel Hefe mit 2 EL Zucker in 100 ml warmer Milch auflösen. Mit 500 g Weizenmehl in eine Schüssel geben sowie ein mit 3 EL Wasser verrührtes Eigelb und 1 TL Salz. Kräftig kneten und nach und nach 150 ml warme Milch hinzufügen. Zum Schluss kommen 50 g weiche Butter hinzu. Wenn der Teig geschmeidig ist, wird er zu einer Kugel geformt.

Die Schüssel abdecken und den Teig an einem warmen Ort 1 Stunde aufgehen lassen. Danach in 100-g-Portionen abteilen und daraus Kugeln formen, nochmals 15 Minuten gehen lassen. Anschliessend auswallen (Durchmesser je 15 bis 20 cm) und ein wenig in die Länge ziehen. Von der breiten Seite her so eng wie möglich zusammenrollen. Die Enden umklappen und auf ein Blech legen. Mit Eigelb bepinseln. Bei 170 Grad 15–20 Minuten backen.

Wenn Sie das Würstchen dazu auf dem Grill anbraten, statt es im Wasserbad zu erwärmen, werden Sie den Hotdog vom Wurststand nicht vermissen. Als Alternative zum Bun aus dem Supermarkt geht ein Laugenbrötchen oder ein knuspriges Baguette vom Bäcker.

Die Saucen

Zu einem wohlriechenden Brötchen passt ein selbst gemachtes Gurken-Relish. Eine Würzsauce, die süsssauer schmeckt und aus mariniertem Obst oder Gemüse besteht.

Zu einem wohlriechenden Brötchen passt ein selbst gemachtes Gurken-Relish. Eine Würzsauce, die süsssauer schmeckt und aus mariniertem Obst oder Gemüse besteht.

Sauce, Zutaten für 8 Portionen
500 g geschälte, entkernte Gurken, 150 g Zwiebeln, je 70 g rote und grüne Peperoni. Alles klein schneiden, in eine Schüssel geben. Dazu kommen 3 TL Salz. Alles mit kaltem Wasser bedecken und 2 Stunden stehen lassen. Danach das Wasser abgiessen und das Gemüse ausdrücken. In einem Topf 250 ml Apfelessig mit 350 g Zucker zum Kochen bringen und ½ TL Selleriesamen, ½ TL Senfkörner sowie das Gemüse dazugeben. Das Relish für 10 Minuten einkochen.

Die Würzsauce kann nun in ausgekochte Marmeladengläser abfüllt und lange gelagert werden. Weitaus deftiger ist eine Remouladesauce, die in Skandinavien mit dem Hotdog ein bewährtes Team bildet. Die Zubereitung ist kinderleicht.

Remouladesauce, Zutaten für 8 Portionen
50 g Mayo, 50 g Joghurt, 3 TL süsser Senf, 3 gehackte Schalotten, 25 g Schnittlauch, 60 g gewürfelte Gewürzgurke und 3 Spritzer Zitronensaft miteinander vermengen. Mit Salz, Pfeffer und Currypulver abschmecken.

Die Wurst

Üblicher sind Frankfurterli oder Wienerli für den Hotdog. Merguez, Poulet-, oder Vegi-Würste bringen Abwechslung. Selbstverständlich kann die Wurst nicht nur gesotten oder gebraten werden. Wer es deftig mag, kann die Fritteuse hervorkramen und Corndogs zubereiten.

Üblicher sind Frankfurterli oder Wienerli für den Hotdog. Merguez, Poulet-, oder Vegi-Würste bringen Abwechslung. Selbstverständlich kann die Wurst nicht nur gesotten oder gebraten werden. Wer es deftig mag, kann die Fritteuse hervorkramen und Corndogs zubereiten.

Rezept für 6 Hotdogs mit Extrawurst
1 Ei schaumig schlagen, 60 ml Buttermilch, 1 EL Öl, ½ TL Salz sowie Pfeffer und Knoblauchpulver dazugeben und weiter schlagen. 65 g Maismehl, 65 g Weizenmehl, ½ EL Zucker und ½ TL Backpulver dazugeben. Den Teig so lange schlagen, bis er geschmeidig wird. 3 Würstchen halbieren und auf einen Holzspiess stecken.

Den Teig in ein Glas abfüllen, denn die Würstchen lassen sich so besser ummanteln. Die «getunkten» Corndogs ins heisse Fett geben, goldbraun frittieren. Wer keine Fritteuse hat, kann es mit viel Öl in der Bratpfanne versuchen.

Auch aus dem Backofen machen die Würstchen etwas her. Eine Scheibe Toast mit Mayo, Ketchup oder Remoulade bestreichen und mit einer Scheibe Käse belegen. Das Würstchen quer drauflegen. Den Toast quer falten und die Enden mit zwei Zahnstochern fixieren. Aussenseiten mit Butter einschmieren und bei 200 Grad 6 Minuten backen. Nach 3 Minuten wenden.

Die Toppings

Wer sich einen Hotdog mit anderem als Ketchup, Senf, Remoulade oder Gurken-Relish gönnen will, kann ihn mit karamellisierten (1) oder gerösteten (2) Zwiebeln verfeinern. Das gibt den Kick.

Wer sich einen Hotdog mit anderem als Ketchup, Senf, Remoulade oder Gurken-Relish gönnen will, kann ihn mit karamellisierten (1) oder gerösteten (2) Zwiebeln verfeinern. Das gibt den Kick.

Karamellisierte Zwiebeln, Rezept für 8 Portionen
6 gehackte Zwiebeln in Öl glasig andünsten, 6 EL Zucker und eine Prise Salz dazugeben. Rühren, bis die gewünschte Braunfärbung entsteht. Die karamellisierten Zwiebeln kalt oder warm servieren.

Geröstete Zwiebeln, Rezept für 8 Portionen
4 Gemüsezwiebeln in dünne Ringe schneiden, sie vorsichtig voneinander trennen. In heissem Butterschmalz (oder Butter) glasig werden lassen. Etwa 20 EL Mehl dazugeben und rühren, bis die Zwiebeln goldgelb sind. Dann die Ringe auf einem Backblech verteilen und für mindestens 1 Stunde bei 80 Grad rösten. Im Ofen verlieren die Zwiebeln Wasser und werden schön knusprig.

Wer kein Freund der Zwiebel ist, verwendet einfach das, was in der Küche zu finden ist. Ob Salatreste, Tomatensauce von gestern oder Mais, beim Hotdog-Festival zu Hause gibt es keine Limits. Auch ein Rührei kann passen. Oder sie gehen den klassischen Weg und verfeinern mit Sauerkraut.

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