Mondfinsternis

Schattenspiel am Nachthimmel: So lange dauert der Blutmond

Am Freitag wird der Mond in der Abenddämmerung rot. Die spannendste Phase beginnt jedoch 103 Minuten später.

Steht die Erde auf direkter Linie zwischen Mond und Sonne, fällt ihr Schatten auf den Mond. Diese spezielle Konstellation, die nur bei Vollmond möglich ist, können wir am Freitagabend als Mondfinsternis beobachten.

Allerdings verpassen wir den Anfang – zu Beginn der Finsternis ist der Mond in der Schweiz noch gar nicht sichtbar. Wenn er dann um 21:30 Uhr komplett in den Schatten der Erde tritt (1), steht er nur knapp über dem Horizont. Um ihn in der Dämmerung überhaupt erkennen zu können, empfiehlt sich deshalb ein erhöhter Standort mit wenig Umgebungslicht.

Eine knappe Stunde später erreicht der Mond die Mitte des Erdschattens (2), seine Verdunkelung ist jetzt maximal. Trotzdem ist er noch gut zu sehen, denn auf indirektem Weg gelangt noch immer Sonnenlicht zu ihm. Dieses wird aber gebrochen, wodurch es rötlich wirkt. Den Mond bezeichnet man in dieser Phase als Blutmond. Da er nun weniger hell strahlt, wird ein anderer Himmelskörper umso besser sichtbar: der Mars. Er leuchtet als rötlicher Punkt rechts unterhalb des Mondes – heller und grösser als gewohnt, da er sich derzeit besonders nah an Erde und Sonne befindet.

Mondfinsternis des Jahrhunderts: Darauf können Sie sich freuen

Mondfinsternis des Jahrhunderts: Darauf können Sie sich freuen

Heute Abend ist es soweit: Es kommt zur längsten Mondfinsternis des Jahrhunderts. Es entsteht ein Blutmond und der Planet Mars leuchtet so strahlend hell am Himmel wie erst 2082 wieder.

Die totale Mondfinsternis, bei der sich der Mond komplett im Kernschatten der Erde befindet, dauert eine Stunde und 43 Minuten. Damit ist es die längste Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts. Ein Grund dafür ist, dass die Mondbahn diesmal fast durch die Mitte des Erdschattens führt. Zudem ist der Mond, dessen Bahn nicht genau kreisförmig ist, während dieser Finsternis ausserordentlich weit weg von der Erde und wirkt dadurch im Vergleich zu anderen Vollmondnächten klein.


Beweis für runde Erde

Um 23.13 Uhr (3) beginnt der Mond, den Kernschatten der Erde zu verlassen. Nun erreichen ihn wieder direkte Sonnenstrahlen. Es ist die Phase der partiellen Mondfinsternis, bei welcher der Trabant aussieht, als hätte jemand einen Biss von ihm genommen. Aus der Form des Schattens bei einer Mondfinsternis hatte Aristoteles vor über 2000 Jahren geschlossen, dass die Erde rund ist. Der im Schatten liegende Teil des Mondes wirkt in dieser Phase nun nicht mehr rötlich, sondern fast schwarz – dies ist dem menschlichen Auge geschuldet, das auf den Kontrast zum hellen Teil des Mondes reagiert.

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Die partielle Mondfinsternis ist um 00.19 Uhr zu Ende (4). Nun durchquert der Mond noch während einer guten Stunde den Halbschatten der Erde, fürs menschliche Auge wirkt er aber bereits wieder normal hell. Wer das Himmelsspektakel verpasst hat, muss einige Monate Geduld haben: Am 21. Januar 2019 findet die nächste Mondfinsternis statt. Auch sie wird von der Schweiz aus sichtbar sein, sie dauert aber nur eine Stunde und zwei Minuten.

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