Männliche Küken sind «Nichtsnutze», wie Kurt Brunner sagt. Sie sind nicht geeignet zur Mast, weil sie nicht so rasch Fleisch ansetzen wie ihre weiblichen Geschwister. Und sie legen bekanntlich auch keine Eier.

Das ist der Grund, weshalb auf sie in den meisten Fällen nur der sichere Tod auf wartet. Mehrere Millionen Güggeli werden deshalb in der Schweiz noch am Tag ihres Schlüpfens vergast.

Das passt Kurt Brunner nicht. Der Bauer aus Wernetshausen im Zürcher Oberland will den männlichen Küken das Leben schenken. Zumindest ein kurzes.

16 Wochen dauert die Mast eines Güggelis – das ist doppelt so lange, wie bei einem Poulet. Und so lange, wie die jungen Hähne bei Kurt Brunner leben dürfen. Dann kommen auch sie auf den Teller.

«Nicht zum Massenverzehr»

Seit zehn Jahren tüftelt der Landwirt an der Vermarktung seiner Güggeli. Mit Erfolg: Mehrere Restaurants in der Region haben sein Fleisch bereits auf der Menükarte.

Brunner hat eine klare Mission: «Ich will erreichen, dass die Leute einsehen, dass Geflügelfleisch ein sehr hochwertiges Produkt ist – und nicht eines zum Massenverzehr.»

Dass die Konsumenten lieber mehr ausgeben statt mehr konsumieren, das erhofft sich der Landwirt. (sda)