Leben

Wir ziehen Bilanz: Das sind die grossen Gewinner und Verlierer der Coronakrise

© Illustration: Stefan Bogner

Die Coronakrise führt zu fundamentalen Veränderungen. Wir zeigen auf, wer profitiert und wer an Einfluss verliert.

Die Gewinner

  • Epidemiologen: Die Experten der Stunde. Omnipräsent auf Twitter und TV. Eine zweite Welle wird Ihnen zu noch mehr Popularität verhelfen. Mit den sinkenden Fallzahlen sinkt auch das Interesse an ihnen wieder.
  • Auto: Während der Pandemie gewährt es gleichzeitig Schutz und Freiheit. Sobald die Strassen verstopft sind und ein Impfstoff da ist, werden die Städter wieder dem ÖV den Vorzug geben.
  • Zoom, Teams & Co.: Die Nutzerzahlen von Videochat-Programmen wie Zoom, Teams, Skype und Co. explodierten. Sie werden weiter rege genutzt. Doch die digitale Welt ist schnelllebig – neue Tools werden bereits entwickelt.
  • Onlinehandel: Während des Lockdowns kamen die Online-Händler kaum nach mit Bestellungen. Wie praktisch Internet-Shopping ist, haben nun viele erkannt und werden weiterhin vermehrt im Netz einkaufen.
Der Onlinehandel erlebt durch den Coronavirus einen Boom.

Der Onlinehandel erlebt durch den Coronavirus einen Boom.

  • Alkoholfreies Bier: In der Krise nahm der Verkauf von alkoholfreiem Bier um 11 Prozent zu. Nun, da das Leben wieder geselliger ist, fliesst auch wieder normales Bier. Allerdings passt das «Ohne»-Getränk gut zum Zeitgeist – ohne Gluten, ohne Laktose, ohne Alkohol.
  • E-Bike: Schon vor der Krise war es beliebt. Nun erst recht eine Alternative zum ÖV. Keine Metropole, die etwas auf sich hält, die nicht zur Velo City werden will. E-Bikes werden noch lange vom Boom profitieren.
  • Datenschutz: Wie nützlich die Swisscovid-App ist, weiss man noch nicht. Klar aber ist, dass dezentrale Applikationen programmiert werden können, die dem Datenschutz eine hohe Priorität einräumen. Eine Chance für die europäische Tech-Industrie.
  • Homeoffice: Umfragen zeigen: Drei Viertel wollen auch nach der Krise Homeoffice machen. Das freut die Firmen, sie können 30 bis 40 Prozent der Bürofläche einsparen. Der Trend wird lange anhalten.
Homeoffice ist für die viele Erwerbstätige ein Segen.

Homeoffice ist für die viele Erwerbstätige ein Segen.

Die Verlierer

  • Fliegen: Auch wenn es wieder möglich ist: Derzeit verzichten die meisten darauf. Zu gross ist das Risiko. Langfristig können aber weder ein Virus noch ein «Green Deal» die Flugbewegungen nachhaltig einschränken.
  • Kleinunternehmen: Sie haben vom Bund am wenigsten Unterstützung erhalten. Einige gingen ein, andere kämpfen – auch viele Künstler. Erst wenn die Wirtschaft wieder brummt, können auch sie durchstarten.
  • Begrüssungsküsschen: Waren eigentlich schon aus der Mode. Nun ist damit erst recht Schluss. Auch wenn das Virus keine Probleme mehr macht, werden Wangen-Schmatzer weniger Popularität geniessen.
Einweggeschirr war während der Pandemie gefragt.

Einweggeschirr war während der Pandemie gefragt.

  • Zero Waste: Hatte die beste Voraussetzung, zu einer neuen Lifestyle-Bewegung zu werden. Nun sind Verpackungen wieder gefragt. Doch der Kampf gegen Plastik ist nicht verloren, er verzögert sich nur.
  • Kinos: Sie hatten es gegen Netflix und Co. schon vorher schwer. Nun dürfen sie wieder öffnen, doch es fehlen zugkräftige Filme. Die Kinokrise wird anhalten.
  • Konferenzen: Auch in Zukunft wird man noch um die halbe Welt reisen, um Geschäftspartner zu treffen und sich auszutauschen. Aber weniger. Die Krise hat gezeigt: Es geht auch virtuell. Firmen sind gut im Erkennen von Sparpotential.
  • Städte: Im Homeoffice hat mehr Wohnraum einen höheren Stellenwert als eine zentrale Lage. Insbesondere Menschen, die sich vor weiteren Pandemien fürchten, werden in Zukunft aufs offene Land ziehen.
  • Reisebüros: Das Internet hat sie teilweise überflüssig gemacht. Die Krise akzentuiert diesen Trend weiter. Die Spezialisierung wird einige retten, aber längst nicht alle.
Reisebüros leiden unter der eingeschränkten Situation.

Reisebüros leiden unter der eingeschränkten Situation.

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