Heute startet in vielen Kantonen die Schule wieder. Zeit für etwas Gehirnjogging. Denn wer seinen Sprösslingen bei den Hausaufgaben helfen möchte, der sollte zuerst einmal überprüfen, ob man als Eltern in Sachen Schulwissen nicht irgendwelchen schon ziemlich alten und populären Fake News aufsitzt.

Geschichte: Charles Lindbergh flog als Erster über den Atlantik

Der Flugpionier Charles Lindbergh (1901–1974) war keineswegs der Erste, dem es 1927 gelang, den Atlantik zu überfliegen. Ganz im Gegenteil, es kamen ihm Dutzende anderer Piloten zuvor. Den ersten Nonstop-Atlantiküberflug schafften schon im Juni des Jahres 1919 die Briten John Alcock und Arthur Whitten Brown. Allerdings sassen der Pilot Alcock und sein Navigator Brown nicht wie Lindbergh ganz allein in der Maschine. Andere Atlantiküberflieger legten unterwegs mehrere Zwischenstopps ein. So gebührt Lindbergh letztlich das Verdienst, den Atlantik als Erster allein im Nonstop-Flug New York–Paris überquert zu haben. Der Rest war dann gute Propaganda.

Biologie: Der Mensch stammt vom Affen ab

Wenn der Mensch vom Affen abstammt, würden sich dann nicht die heutigen Affen später einmal zu Menschen weiterentwickeln? Natürlich ist das Unsinn. Charles Darwin hat das auch nie behauptet. Es war ein Argument seiner Gegner und natürlich die Auffassung derjenigen, die die Evolutionstheorie nie verstanden haben. In Wahrheit haben Menschen und Affen gemeinsame Vorfahren. Ihre Entwicklungslinien trennten sich danach aber und gingen eigene Wege. Das ist etwas völlig anderes.

Deutsch: Karl May war nie in Amerika oder im Orient

Der deutsche Schriftsteller Karl May (1842–1912) wird heute noch für seine Wild-West-Geschichten rund um Winnetou und Old Shatterhand heiss geliebt. Viele der bekannten Romane entstanden allerdings aus der Gefängniszelle heraus und entsprangen alleine seiner Fantasie und etwas Recherche. Das ist hinlänglich bekannt. Mit dem schriftstellerischen Erfolg, der sich schon zu Mays Lebzeiten einstellte, konnte es sich der Autor aber auch leisten, endlich die Originalschauplätze seiner Heldengeschichten aufzusuchen. So reiste er zur Jahrhundertwende durch den Orient und 1908 nach Amerika.

Kunst: Rembrandt hat den «Mann mit dem Goldhelm» gemalt

«Der Mann mit dem Goldhelm» aus der Zeit um 1650 ist eines der berühmtesten Gemälde der Welt. Lange Zeit galt es als Werk des niederländischen Malers Rembrandt van Rijn. Doch das ist ein Irrtum, wie Wissenschafter des Rembrandt-Resarch-Projects herausgefunden haben. Seit Mitte der 1980er-Jahre wird das Gemälde Rembrandt auch nicht mehr offiziell zugeschrieben. Vielmehr soll es sich bei dem Bild um eine Arbeit handeln, die im Umfeld des Malergenies entstanden ist und vielleicht von einem seiner Schüler stammt. Wer das Bild in Wahrheit gemalt hat, konnte bis heute nicht geklärt werden.

Englisch und Mathematik: Eine «Billion» ist eine «billion»

Wenn eine deutsche «Billion» zwölf Nullen hat (1 000 000 000 000), wie viele Nullen hat denn dann die «billion» in den USA? Die richtige Antwort: Neun Nullen (1 000 000 000), denn «billion» bedeutet in den Vereinigten Staaten von Amerika «Milliarde» und keineswegs «Billion». Diesen Fehler machen auch viele Erwachsene immer wieder gern.

Zoologie: Panther gibt es nicht und Tiger leben in Afrika

Wo lebt der Löwe? In Afrika. Wo legt der Tiger? In A... Auf diese Kinderfrage fällt mehr als die Hälfte aller Erwachsenen gerne herein. Dabei ist die Sache mit dem Tiger einfach, der kommt nur in Asien vor, zumindest solange seine Art noch nicht komplett ausgestorben ist. Komplizierter wird es beim schwarzen Panther. Diese gibt es sehr wohl, sie sind aber keine eigene Art, sondern Leoparden oder Jaguare, deren Fell eine durchgehend schwarze Färbung aufweist. Der Jaguar kommt nur auf dem amerikanischen Kontinent vor, der Leopard in Afrika und Asien.

Physik: Glas ist eine Flüssigkeit

Viele alte Kirchenfenster sind am unteren Ende dicker als am oberen. Allerdings ist es ein Irrtum zu glauben, Glas fliesse im Laufe der Jahrhunderte mit der Schwerkraft von oben nach unten und sei eine Flüssigkeit. Die unterschiedliche Glasdicke alter Fenster geht auf deren Herstellungsprozess zurück, denn früher war es ganz einfach noch nicht möglich, völlig gleichmässige und perfekt plane Glasscheiben herzustellen. Übrigens ist das dickere Ende alter Fenster auch keineswegs immer unten.