Vitaminbomben

Mit welchen Nahrungsmitteln machen wir unser Immunsystem stark?

Ein Apfel ist gesund. Aber um das Immunsystem zu stärken, ist eine Kiwi besser. Und das Rüebli ist nicht nur für die Augen gut.

Iss Gemüse und Früchte, so bleibst du gesund. Sagen Eltern ihren Kindern, wenn sie ihnen Grünzeug vorsetzen, am besten fünfmal täglich. Doch Gemüse ist nicht Gemüse, Frucht nicht gleich Frucht. Das eine enthält mehr von diesem, die andere mehr von jenem Vitamin. Manche Pflanzen wirken sogar direkt keimtötend. Es gibt auch Vitamine, die gar nicht in Grünzeug zu finden sind. B12 kommt zum Beispiel praktisch nur in tierischer Nahrung vor, während B6 in hoher Konzentration in Kartoffelchips zu finden ist – beide sind für das Immunsystem wichtig.

Die völlig unterschätzte Peperoni

Mangelerscheinungen sind hierzulande rar, und wer nicht allzu einseitig isst, braucht auch keine Nahrungsergänzung zu schlucken. Wer auf Nummer sicher gehen will, muss aber genauer hinschauen. Denn nicht immer enthalten Früchte und Gemüse das, was wir von ihnen erwarten. In einem Gala-Apfel steckt zum Beispiel zehnmal weniger Vitamin C als in einer Kiwi und zwanzigmal weniger als in einer Peperoni. Im bekannten englischen Sprichwort müsste also der Apfel durch die Kiwi ersetzt werden: «A Kiwi a day keeps the doctor away». Oder noch besser zwei Kiwis. Denn tatsächlich braucht der Körper besonders viel Vitamin C, während er eine Erkältung bekämpft. Um realistisch zu bleiben: Einen Schutz vor einer Ansteckung bietet auch das Vitamin C nicht, schon gar nicht gegen das Corona-Virus. Aber wer sich erkältet, kann darauf hoffen, mit genügend Vitamin C etwas schneller zu genesen.

Sonnenlicht und Rüebli helfen, gesund zu bleiben

Vitamin C ist aber längst nicht das einzige Spurenelement, das im Kampf gegen Mikroben eine Rolle spielt. Rüebli zum Beispiel sind wegen ihres hohen Gehalts an Vitamin A nicht nur für die Augen gut, sondern auch fürs Immunsystem. Unter anderem begünstigt dieses Vitamin die Vermehrung der sogenannten T-Zellen, die im Blut körperfremde Stoffe bekämpfen.

Unabdingbar fürs Immunsystem ist zudem das Vitamin D. Doch um hier einem Mangel vorzubeugen, ist es weniger wesentlich, was jemand isst, sondern wo: Ein Picknick unter freiem Himmel hilft, denn sobald der Körper Sonnenlicht ausgesetzt ist, produziert er das Vitamin selber. Auch dem Vitamin E wird zugesprochen, das Immunsystem zu stärken und vorbeugend gegen Infektionen der Atemwege zu wirken, jedoch sind hier die Mechanismen unklar, es mangelt an zuverlässigen Studien.

Auch Zink und Folat sind wichtig

Gut untersucht ist dagegen das Vitamin Folat. Viele Schwangere schlucken Präparate mit Folsäure, der synthetischen Form davon. Aber auch alle anderen Menschen brauchen diesen Stoff. Er hilft bei der Bildung der weissen Blutkörperchen, die Krankheitserreger abwehren.

Hinzu kommen eine Reihe weiterer Spurenelemente wie Eisen, Zink und Selen. Die Übersicht zu haben, ist für Laien kaum möglich. Um gesund zu bleiben, empfehlen Fachleute deshalb in erster Linie eine vielseitige Ernährung. Wer nicht täglich Spaghetti Bolognese isst, sondern sich auch mal an Rosenkohl und Spinat wagt, hat im Kampf gegen böse Mikroben die besseren Karten.

Das sind die natürlichen Superbooster für das Immunsystem:

Der Star: Ingwer

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Winzige, alkoholfreie Ingwershots bekommt man heute in jedem Supermarkt – und sie sind gefragt. Die Kundinnen und Kunden zahlen dafür Preise, die eher an Medikamente als an Nahrungsmittel erinnern. Seinen guten Ruf hat der Ingwer aber nicht ohne Grund. Er stützt das Immunsystem und wirkt auch direkt gegen Mikroben.

Der Klassiker: Knoblauch

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Schon im Mittelalter soll Knoblauch bei Seuchen Leben gerettet haben. Russland soll während der Grippewelle 1965 500 Tonnen Knoblauch an die Bevölkerung verteilt haben. Louis Pasteur persönlich soll des Knoblauchs antibakterielle Wirkung nachgewiesen haben. Die Hilfe für das Immunsystem kommt von einem Wirkstoff namens Allicin.

Der Starke: Meerrettich

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Zwar stimmt es nicht, dass Schärfe grundsätzlich keimtötend wirkt. Doch im Falle des Meerrettichs trifft es tatsächlich zu. Die enthaltenen Senföle bekämpfen das Wachstum von diversen Keimen. Damit die Schärfe im Gaumen erträglich bleibt, kann der Meerrettich beispielsweise mit Sahne zu einem Sösschen kombiniert werden.

Die Pflegeleichte: Gartenkresse

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Das ganze Jahr über kann sie ohne Ausrüstung auf der Fensterbank gezogen werden. Auch bei der Kresse sind es die scharfen Öle, die keimtötend wirken und so den Kampf gegen Erkältungen unterstützen. Für Verwirrung sorgt zuweilen die Nähe des Namens zur Brunnenkresse. Doch Verwechslungen sind nicht schlimm – gesund sind beide. Der Verkannte: Rotkohl Der Verkannte. Im Gegensatz zum Ingwer hat er es bisher nicht geschafft, sich ein modernes Image aufzubauen. Bei vielen Menschen kommt er höchstens mal im Herbst zu Wild auf den Tisch. Dabei würde er gerade in den kalten Monaten wertvolle Stoffe liefern, die das Immunsystem stützen und unerwünschte Mikroben bekämpfen.

Der Verkannte: Rotkohl

© Coyau / Wikimedia Commons

Im Gegensatz zum Ingwer hat er es bisher nicht geschafft, sich ein modernes Image aufzubauen. Bei vielen Menschen kommt er höchstens mal im Herbst zu Wild auf den Tisch. Dabei würde er gerade in den kalten Monaten wertvolle Stoffe liefern, die das Immunsystem stützen und unerwünschte Mikroben bekämpfen.

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