Mode
Schuh-Revival: In diesem Sommer laufen Flip-Flops zur Hochform auf

Jetzt führt kein Weg an den Zehentrennern vorbei. Allerdings kommen sie anders daher, als wir es uns gewohnt sind. Nicht als Badesandalen, sondern aus Leder, mit Absatz oder extra-klobig. So können sie auch ausserhalb der Badi getragen werden - sogar im Büro.

Rahel Koerfgen
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«Chunky» muss es sein: klobige Flip-Flops mit Plateauabsatz von Arket, 225 Fr. unter arket.com.
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Die eckige Sohle macht die Ledersandalen von Chloé besonders. 370 Fr., bei breuninger.com.
Kuscheliger Blickfang: Hausschuhe aus Kunstfell, 19.90 Franken bei zarahome.com.
Der will hoch hinaus: Zehentrenner mit Absatz, aus Lederimitat von River Island. 43 Franken, bei zalando.ch.
Passen zum Abendkleid: Ledersandalen von Tory Burch, 258 Fr., bei mytheresa.com.

«Chunky» muss es sein: klobige Flip-Flops mit Plateauabsatz von Arket, 225 Fr. unter arket.com.

Bild: zvg

Sie gehören zum Tag am Strand oder in der Badi wie der Bikini und das Badetuch: Flip-Flops. Die Gummisandalen eroberten in den 1950er-Jahren von den Surfstränden der USA und Brasilien aus die Welt – und sind seither in fast jedem Schuhschrank zu finden. Allerdings galten sie seit jeher als Freizeitschuh; bei formellen Anlässen oder im Büro war es verpönt, die Zehentrenner zu tragen. Das ändert sich jetzt.

Flip-Flops feiern in diesem Sommer ein grosses Revival. Allerdings nicht in dem legeren Stil, wie wir ihn seit Jahren kennen. So vielfältig, wie sie jetzt daher kommen, wurden die Sandalen mit dem Zehensteg wohl noch nie interpretiert: Statt aus Gummi werden nun Flip-Flops aus Leder oder gar Kunstfell getragen. Auch die flache, schlanke Form hat ausgedient. Vielmehr laufen die Sandalen zur Hochform auf. «Chunky» heisst der Stil der Stunde, zu Deutsch: klobig, am besten mit extradicker Sohle und breitem Fussbett. Kombiniert mit Blazer und Chino-Hose geht es damit nach der Aufhebung der Homeoffice-Pflicht ohne Probleme ins Büro. Und mit Kittenheels, kleinen Absätzen, werden Flip-Flops sogar zum Abendkleid getragen.

Ein Modell für sagenhafte 900 Franken

Dem aktuellen Hype Schub gegeben hat im vergangenen Jahr «The Row», das Designerlabel der Olsen-Zwillinge. Sie brachten 2020 mit dem Modell Ginza extra-klobige Flip-Flops aus Leder zum Preis von sagenhaften 900 Franken auf den Markt. Ginza ist der Name des eines Vergnügungsviertels in Tokio, weshalb der Entwurf als Hommage an die ursprünglichsten Trägerinnen von Flip-Flops, Geishas, zu verstehen ist: Sie trugen sogenannte Geta-Sandalen aus Holz und mit hohen Sohlen.

Da sich Normalsterbliche das Modell von «The Row» nicht leisten können, dauerte es nicht lange, bis die ersten günstigen Lookalikes auf den Markt kamen, etwa von Arket. Interpretationen davon sind in diesem Jahr von verschiedensten Labels zu finden. Wer trotzdem das Geld nicht scheut, sollte mit dem aktuellen Modell Woody von Chloé liebäugeln. Diese werden mit einem dicken Gummiband und dem Schriftzug des Labels versehen. Auffällig bei diesen Schuhen ist auch die eckige Sohle – ein weiterer Trend in diesem Sommer (siehe auch Galerie oben). So oder so: Wer sich jetzt für Zehentrenner entscheidet, bewegt sich modisch voll auf der Höhe. Jetzt muss nur noch der Sommer kommen.

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Wer sich mit Flip-Flops nicht anfreunden kann, kommt in diesem Sommer trotzdem nicht zu kurz. Neben den Zehentrennern sind auch schicke Schlappen – das eine schliesst das andere neuerdings nicht aus – sehr gefragt. Sliders werden sie genannt, da man ruckzuck in sie reinschlüpfen kann. Klobig sind sie und gerne aus Kunstfell in allen Farben. Ein Revival erleben auch Mules, die ihre Sternstunde in den 1990er-Jahren hatten. Ihre Merkmale: freiliegende Zehen, eine freie Ferse und ein kleiner Absatz. Modebewusste tragen sie jetzt mit eckiger Sohle. Wer lieber auf flachen Sohlen unterwegs ist, setzt auf Fischersandalen mit gekreuzten breiten Lederriemen. Richtig, jene Schlappen, die der Biolehrer einst zu Wollsocken trug. Jetzt darf sie sowohl zu Jeans als auch zum Sommerkleid kombiniert werden. Die Mode geht manchmal seltsame Wege.

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