Gehörschutz
Rüüdigi Fasnacht mit rüüdigem Lärm – wie kann man das Gehör schützen?

Eine gefühlte Ewigkeit ist vergangen ohne die «fünfte Jahreszeit» oder die «drey scheenschte Dääg em Johr». Doch dieses Jahr findet die Fasnacht wieder statt. Mit den Guggenmusiken zieht auch der Lärm mit ans grosse Fest. Mit ein paar wenigen Vorkehrungen kann man sein Gehör vor Schäden schützen.

Redaktion
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Rund 1000 Fasnächtler geniessen die grosse Fasnachtsparty der Guggenmusik Izipanizis in Sachseln im Kanton Obwalden.

Rund 1000 Fasnächtler geniessen die grosse Fasnachtsparty der Guggenmusik Izipanizis in Sachseln im Kanton Obwalden.

Urs Flüeler / Keystone (Samstag, 5. Februar 2022)

Nach mehr als zwei Jahren pandemie-bedingter Entbehrung startet für viele Fasnacht-Begeisterte endlich wieder der Höhepunkt des Jahres. Doch laute Guggenmusik kann schnell zum Albtraum fürs Gehör werden.

Nach starker Lärmbelastung droht Gehörstörung

Bei Auftritten von Guggenmusiken können grosse Lärmbelastungen entstehen. Wird es dem Gehör zu viel, reagiert es mit einer Störung der Hörfunktion. Das kann zum Beispiel ein anhaltendes Pfeifen oder Brummen im Ohr sein. «Ein permanent störendes Geräusch im Ohr kann sehr belastend für die betroffene Person sein», erklärt Helmut Karrasch, Akustikexperte der Suva.

Verschwinde das störende Geräusch im Ohr nicht nach 24 Stunden, solle man eine ärztliche Abklärung machen, sagt Karrasch. «Starker Lärm kann jedoch nicht nur zu solchen Gehörstörungen, sondern auch zu Hörschäden wie zum Beispiel Schwerhörigkeit führen.»

Ab Schallpegel 85 Dezibel wird es gefährlich

Eine Guggenmusik erreicht in einer Altstadt mit engen Gassen schnell einen Schallpegel von 95 Dezibel. In geschlossenen Lokalen werden gar Werte bis zu 105 Dezibel erreicht – das ist mehr, als in einer Disco erlaubt ist oder so laut wie ein Presslufthammer. «Bei solchen Schallpegeln während mehr als 30 Minuten empfehlen wir dringend einen Gehörschutz», sagt Karrasch.

Das Gehör von Kindern und Tieren reagiert noch empfindlicher auf grosse Lärmbelastung. «Bei Kindern oder Haustieren kann Lärm zusätzlich zu einer Stressreaktion führen, deshalb sollten Kinder an der Fasnacht zum vornherein einen Gehörschutz tragen, auch wenn es nicht permanent laut ist.», empfiehlt Karrasch. Haustiere quartiere man am besten für diese Zeit an einen ruhigeren Ort aus.

So schützen Sie Ihr Gehör

  • Verwenden Sie ein Gehörschutzmittel (Ohrenstöpsel, Pamir etc.), wenn der Lärm so laut ist, dass Sie sich nicht mehr normal unterhalten können.
  • Halten Sie Distanz zu lauten Schallquellen (Lautsprechern, Blasinstrumenten).
  • Legen Sie bewusst Lärmpausen ein, in denen sich das Gehör erholen kann.
  • Falls Sie nach lautem Lärm ein Druckgefühl im Ohr oder einen dumpfen Höreindruck verspüren oder gar anhaltende Ohrgeräusche feststellen, sollten Sie dem Gehör dringend Ruhe gönnen.
  • Wenn die Symptome nach 24 Stunden nicht abgeklungen sind, ist es ratsam, einen Ohrenarzt aufzusuchen.

Dieser Ratgeber ist mit Unterstützung der Suva entstanden.