Freitag
Wer abergläubisch ist, muss heute doppelt aufpassen

Heute ist ein doppelter Unglückstag: Es ist Freitag, der 13., und es ist Vollmond. Diese äusserst seltene Kombination tritt erst wieder in gut 35 Jahren auf, nämlich am 13. August 2049. Grund genug, dem Aberglauben etwas nachzuspüren.

Andreas Walker
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Wenn der Vollmond aufgeht, so wie hier über einem Wald in der Nähe von Bilbao in Spanien, heulen nicht nur die Wölfe, sondern spinnen auch viele Menschen. ALFREDO ALDAi/EPA

Wenn der Vollmond aufgeht, so wie hier über einem Wald in der Nähe von Bilbao in Spanien, heulen nicht nur die Wölfe, sondern spinnen auch viele Menschen. ALFREDO ALDAi/EPA

Heute ist ein Unglückstag. Und das gleich aus doppeltem Grund: Es ist Freitag, der 13., und es ist Vollmond. Diese äusserst seltene Kombination tritt erst wieder in gut 35 Jahren auf, nämlich am 13. August 2049. Das ist Grund genug, heute dem Aberglauben etwas nachzuspüren.

Judas war der 13. am Tisch

Der Glaube, dass der Freitag der 13. ein Unglückstag sein soll, ist sehr alt und es gibt verschiedene Erklärungen dafür. Unter anderem soll die Götterwelt der Germanen eine Rolle spielen. Die Liebesgöttin Freya, nach der unser Freitag benannt wurde, lud zwölf Götter im Himmel zum Mahle. Dabei erschien aber auch der Gott Loki als ungeladener 13. Gast, der schliesslich Freyas Sohn brutal erschlug. Seither soll der Freitag, der 13. als Unglückstag gelten.

Doch auch aus dem Christentum lässt sich ableiten, dass die Kombination von Freitag und der Zahl 13 nichts Gutes bedeutet. Jesus starb an einem Freitag. Am Abendmahl vor der Kreuzigung sassen 13 Personen am Tisch. Eben gerade diese 13. Person – Judas Ischariot – war der Mann, der Jesus schliesslich verriet und den Römern auslieferte.

Es existieren jedoch auch weltliche Interpretationen, warum die Kombination dieses Wochentages mit der 13 unglücklich ist. Der Goldmarkt in Amerika geriet an einem Freitag, dem 13. 1869, ins Schlingern und 1927 war es wiederum der «Schwarze Freitag», an dem die Börsenkurse ins Bodenlose abstürzten. Auch in der Seefahrt galt der Freitag als Unglückstag, an dem man nicht auslaufen sollte.

Meinungsumfragen ergaben, dass ein knappes Drittel der Leute an eine unheilvolle Wirkung eines Freitags, des 13., glaubt. So kommt es, dass trotz wissenschaftlicher Studien über die Ungefährlichkeit der 13 auch in unserer hoch technisierten Zivilisation Hotels und Fluggesellschaften dem eventuellen Unglück der Zahl 13 insofern vorbeugen, dass sie die 13 erst gar nicht erscheinen lassen. Die Nummerierung springt nämlich oft direkt von der 12 auf die 14.

Immer wieder der 13.

Pro Jahr gibt es mindestens einen und höchstens drei Freitage, die auf einen Dreizehnten fallen. Der kürzest mögliche Abstand zwischen zwei Freitagen, den 13., beträgt nur vier Wochen und tritt jeweils dann auf, wenn der 13. Februar ein Freitag ist, und der Februar nur 28 Tage hat. Dann folgt bereits im März wieder ein Freitag, der 13. Dies war letztmals 2009 der Fall, das nächste Mal wird es im Jahr 2015 sein. Der längste Abstand zwischen zwei Freitagen, den 13., beträgt 14 Monate. Dies ist jeweils dann der Fall, wenn der 13. Juli ein Freitag ist und das folgende Jahr kein Schaltjahr ist. Dann ist erst der 13. September des Folgejahres wieder ein Freitag, der 13. Das letzte Mal war dies im Juli 2012/September 2013 der Fall und das nächste Mal kommt es im Juli 2018/September 2019 wieder vor. Einen Unterbruch von ebenfalls 14 Monaten erfolgt dann, wenn der 13. August ein Freitag und das folgende Jahr ein Schaltjahr ist. Dann kommt es erst im Oktober des Folgejahres wieder zu einem Freitag, den 13. Dies war letztmals im August 1999/Oktober 2000 der Fall. Das nächste Mal kommt es erst im August 2027/Oktober 2028 wieder vor. (AW)

Wenn ein Vollmond mit einem Freitag, dem 13., zusammenfällt, wird alles noch geheimnisvoller. Die Wirkungen des Mondes sind offensichtlich und lassen sich oft direkt beobachten -– wie etwa bei den Gezeiten. Angesichts dessen, dass unser Erdtrabant buchstäblich ganze Weltmeere bewegt, ist die Frage berechtigt, ob er nicht noch anderes bewirkt.

Kann nur Zufall sein?

Indizien für die Kraft des Mondes findet man viele: So dauert der weibliche Menstruationszyklus im Durchschnitt einen Mondmonat lang. Kann das nur Zufall sein? Vermutlich schon. Denn ein Blick auf die Menstruationszyklen anderer Säugetiere – Mäuse 5 Tage, Schafe 16 und Schimpansen 37 Tage – zeigt, dass die Zykluslängen offenbar nichts mit dem Mond zu tun haben. Ohnehin dauert bei kaum einer Frau der Zyklus exakt 28 Tage lang.

Eines stimmt aber: Bei Vollmond schlafen die Menschen schlecht. Zumindest behaupten das die Menschen, wenn sie im Umfragen danach gefragt werden. Je nach Fragestellung geben 35 bis 66 Prozent der Menschen an, dass sie bei Vollmond schlecht schlafen. Ob der Mond jedoch tatsächlich einen Einfluss auf unseren Schlaf hat, ist wissenschaftlich umstritten. Gut möglich, dass auch hier bloss der Aberglaube am Werk ist.

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