Zu Hause testen
Wie gut müssen Sars-CoV-2-Schnelltests sein?

Wenn jede und jeder zu Hause mit dem Wattestäbchen hantiert, verlieren wir so die Kontrolle über Covid-Pandemie? Können Schnelltests überhaupt mit den etablierten Verfahren mithalten?

Christoph Bopp
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Schnelltests müssen eine Sensitivität von mindestens 85 Prozent und eine Spezifität von mindestens 99 Prozent erreichen.

Schnelltests müssen eine Sensitivität von mindestens 85 Prozent und eine Spezifität von mindestens 99 Prozent erreichen.

Sandra Ardizzone / AGR

Schnelltests müssen eine «unabhängige Validierung» aufweisen. Sie müssen in einem anerkannten Labor mit den Resultaten eines RT-PCR-Tests verglichen werden, der mit Nasen-/Rachenabstrichen durchgeführt wurde. Die Mindestanforderungen sind 100 positive und 300 negative Proben, die nicht älter als vier Tage alt sein dürfen. Dabei muss der Schnelltest eine Sensitivität von mindestens 85 Prozent und eine Spezifität von mindestens 99 Prozent erreichen. Was bedeutet das?

Zur Repetition:

Sensitivität ist die Zuverlässigkeit, mit der ein Test das Vorhandensein der Krankheit oder des Erregers nachweist. 100 Prozent bedeutet, dass alle wirklich Infizierten (alle, die in Kontakt mit dem Virus gekommen sind) erkannt worden sind, 99 Prozent heisst, dass von 100 Proben 99 richtig positiv sind und 1 falsch negativ (die Krankheit nicht erkannt) ist. Eine hohe Sensitivität heisst dann, dass ein positives Testergebnis die Infektion zuverlässig nachweist. RT-PCR-Tests sind sehr präzis, sie weisen in der Regel eine sehr hohe Sensitivität auf. Schnelltests dürfen drunter liegen, allerdings geht man davon aus, dass ein positives Resultat zuverlässiger anzeigt, ob der Infizierte auch infektiös – also für andere ansteckend – ist.

Spezifität ist die Zuverlässigkeit, mit der ein Test einen Gesunden erkennt. 100 Prozent bedeuten, dass von 100 negativen Tests alle Getesteten gesund sind oder den Erreger nicht tragen. 99 Prozent bedeuten, dass von 100 Proben 99 richtig negativ sind und eine falsch positiv ist (also ein Vorhandensein der Krankheit oder des Erregers anzeigt, obwohl beides nicht vorhanden ist). Eine hohe Spezifität heisst dann, dass ein negativ Getesteter davon ausgehen kann, nicht krank oder infektiös zu sein. Dies ist allerdings immer eine Momentaufnahme, ein altes negatives Resultat ist nichts wert und vor allem entbindet ein negatives Resultat nicht vom Einhalten der Vorsichtsmassnahmen.

Das BAG führt eine aktualisierte Liste validierter Antigen-Schnelltests.

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