Leserbeitrag
Bäume für Artur, Rosie und Kyra

Ilona Scherer
Drucken
Teilen
Bilder zum Leserbeitrag

Bilder zum Leserbeitrag

Sabrina Pugliatti

Das traditionelle Pflanzfest für Freienwils Neugeborene war klein, aber fein. Nach dem Rekordjahr mit 15 Babys waren im aktuellen Jahr gerade mal vier Kinder im Dorf zur Welt gekommen.

Artur, Rosie und Kyra waren die «Stars» des Pflanzfestes, das am Samstagvormittag auf dem Radweg Richtung Hertenstein gefeiert wurde. Alle drei sind ungefähr ein halbes Jahr alt, natürlich zuckersüss – und haben Wurzeln in ganz Europa: Arturs Eltern kommen aus Polen, Rosies Familie stammt aus England, die Mutter von Kyra ist ungarischer Herkunft.

Hochdeutsch und Englisch

Weil nicht alle Eltern des Schweizerdeutschs mächtig sind, wurde der offizielle Teil des Festes erstmals in der 20-jährigen Geschichte des Pflanzfestes auf Hochdeutsch und Englisch gehalten. Die drei anwesenden Familien klatschten dankbar Beifall für die sprachlichen Bemühungen der Gastgeber. Organisiert wird der Anlass von der Umweltkommission des Gemeinderats. Die Setzlinge spenden die Freienwiler Ortsbürger. Und auch der Naturschutzverein unterstützt den Anlass.

Nach den Ansprachen wurden zur Stärkung Apfelsaft, Früchte und Brot aus dem «Dorfschöpfli» offeriert. Dann schritt Patrick Suter, auf dessen Land die Bäume fortan wachsen dürfen, zur Tat: Mithilfe der Väter und der grösseren Geschwister wurden fünf Hochstämmer in vorgebuddelte Mulden gesetzt – drei Äpfel-, ein Quitten- und ein Zwetschgenbaum. Denn nicht nur Artur, Rosie und Kyra durften von der schönen Tradition profitieren; auch das abwesende vierte Neugeborene Malea sowie der anwesende achtjährige Lennox erhielten einen Setzling.

Bäume als wichtiger Lebensraum

«Ihr dürft euren Baum jederzeit besuchen und seine Entwicklung mitverfolgen», forderte Gemeinderätin Rébecca Schneider Häfliger die Familien auf. Bereits im Frühjahr werden erste zarte Knospen zu sehen sein. Präsidentin Franziska von Känel-Burger vom Natur- und Vogelschutzverein Freienwil erzählte Wissenswertes über die wichtige ökologische Funktion der Hochstammbäume, deren Bestand in den letzten Jahren kontinuierlich zurückging: «Dabei sind sie ein wichtiger Lebensraum für Insekten, und diese wiederum dienen als Nahrung für Vögel, die in den Bäumen ihre Wohnung haben.» Dank der Baumpflanzaktion ist der Bestand auch in den kommenden Jahrzehnten gesichert. Seit 1995 wurden rund 150 Bäume für Neugeborene im und ums Dorf gepflanzt.

Aktuelle Nachrichten