Leserbeitrag
Die Guldentaler-Jodler stellen „öisi Fäschtlieder“ vor

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Am Freitagabend, 16. März, ertönten wieder einmal urchige Jodelklänge in der voll besetzten Kirche St. Martin in Mümliswil. Das Konzert der Guldentaler-Jodler stand dieses Jahr unter dem Motto: «öisi Fäschtlieder».

Wie das Motto bereits verrät, wurden Lieder vorgestellt, die der Verein in den vergangenen zehn Jahren als Wettvorträge bei den zahlreich besuchten Jodlerfesten sang. Die Ansagen der verschiedenen Vorträge machte der Chorleiter, Remo Stadelmann, gleich selber und gab dabei auch einige Anekdoten von den Festbesuchen preis. Musikalisch eröffnet wurde der Abend aber durch Romy Freudiger mit ihrer Panflöte und dem Stück «La Légende du Dieu Pan» von Jean-Claude Mara. Freudiger ist auf diesem Instrument ausgebildete Musiklehrerin und unterrichtet an verschiedenen Schulen. Begleitet wurde sie bei ihren Auftritten jeweils von Simon Haefely an der Kirchenorgel. Danach folgte die offizielle Begrüssung der Gäste durch den Vereinspräsidenten, Hans Meister. Im Anschluss traten erstmals die Guldentaler-Jodler auf. Mit dem Lied «lueget, loset, gniesset» von Marie Theres von Gunten schafften sie vor knapp zwei Jahren das schier Unmögliche. Am Jodlerfest 2016 in Rothrist erreichten sie damit bei ihrem Festauftritt das Maximum von 60 Punkten. Ein solches Resultat wird äusserst selten erzielt und verdient an dieser Stelle lobend erwähnt zu werden. Das Duett Käthi Egger und Rita Koch, begleitet von Thomas Stich mit seiner Handorgel, führten das Konzert mit dem Lied «s chunnt ä Zyt» weiter, bevor die Guldentaler-Jodler zum zweiten Mal mit einem ihrer Festlieder auftraten.

Nun folgte ein weiterer Höhepunkt dieses Abends. Niemand geringeres als eine der wohl bekanntesten Jodelschaffenden trat mit ebenfalls zwei hervorragenden Jodlerinnen in Terzett-Formation auf. Es handelt sich dabei um Marie Theres von Gunten sowie Arlette und Priska Wismer. Diese drei Jodlerinnen haben alle schon Auftritte im Fernsehen hinter sich. Von Gunten wurde vor rund zwölf Jahren für ihr Schaffen mit der höchsten Auszeichnung auf dem Gebiet der Volksmusik, dem Goldenen Violinschlüssel, ausgezeichnet. Sie leitete während vierzig Jahren mit grossem Erfolg das Jodlerchörli Geuensee. Die junge Arlette Wismer errang 2013 im Folklorenachwuchs-Wettbewerb in der Sparte Jodeln den Gesamtsieg. Ihre Mutter, Priska Wismer, leitete über Jahre das Chinderjodler-chörli Geuensee und hat nun auch die musikalische Leitung des Hauptchores übernommen. Zum Einstieg trugen sie das Lied «stuune» vor. Begleitet wurden sie mit der Handorgel von Doris Erdin. Natürlich handelt es sich bei diesem Lied um eines, das aus der Feder von Marie Theres von Gunten selber stammt. Sie doppelten mit dem Lied «mis Singe» nach und traten im Verlaufe des Konzerts noch zwei weitere Male auf. Schliesslich war auch niemand darüber erstaunt, dass die drei Frauen vom Publikum zu einer Zugabe aufgefordert wurden.

Nach weiteren Auftritten der Guldentaler-Jodler und Romy Freudiger mit ihrer Panflöte, stellte sich die Kleinformation aus den Reihen der Gastgeber dem Publikum vor. Andi Ackermann sowie die beiden Zwillingsbrüder Michel und Fredy Schmid traten schliesslich als reines Männer-Terzett auf. Sie trugen das Stück «e Jutz, es Lied för Härz und Gmüet“ von Jakob Ummel vor. Unterstützt wurden sie von Thomas Stich mit seiner Handorgel. «S’Jodlerhärz», ist heute in der Jodlerszene recht bekannt. Es wurde vom Bannwiler Walter Stadelmann-Lötscher getextet und komponiert. Mit diesem Lied führten die Guldentaler-Jodler das Konzert weiter. Gegen Ende des musikalischen Abends sorgte Simon Haefely an der Kirchenorgel und «s’Guldethalerlied» für einen weiteren Ohrenschmaus.

Vor zehn Jahren hat Remo Stadelmann die musikalische Leitung des Chores übernommen. Bei allen unter seiner Leitung besuchten Jodlerfesten klassierten sich die Guldentaler-Jodler in der Höchst-klasse mit der Note sehr gut. Dieser Erfolg ist seiner hervorragenden Arbeit zu verdanken. Zum Zeichen der Anerkennung und zur Wertschätzung seines Schaffens wurde er an diesem Abend zum Ehrendirigenten ernannt. Die Überraschung war vollends gelungen, denn die Freude war Stadelmann bei seinen Dankesworten ins Gesicht geschrieben.

Zum Schluss des offiziellen Programms traten der Chor, zusammen mit Simon Haefely an der Kirchenorgel und der Polka «Senneball» gemeinsam auf. Dass schliesslich das Publikum durch eine standing ovation auch von den Guldentaler-Jodlern noch eine Zugabe verlangte, hat niemanden überrascht. So klang wieder ein musikalisch abwechslungsreicher und hochstehender Abend aus. Die Organisatoren verstehen es auch immer wieder, ein tolles Programm zusammenzustellen und bekannte Formationen ins Guldental zu locken.

Bericht von Peter Bader

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