Leserbeitrag
Die neue Rebenanlage «Halde» beeindruckt

Hobby-Winzer-Club Schweiz auf Besuch bei Max und Gerda Hauswirth, Oeschgen

Marcel Siegrist
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40 Mitglieder des Hobby-Winzer-Clubs Schweiz trafen sich zur Besichtigung einer modernen und sehr gepflegten Rebanlage. Daniel Fürst, Rebgut Stiftshalde, Hornussen, orientierte über die Vinifikation der Trauben.

Max Hauswirth wuchs in Oeschgen auf, wo er auch zur Schule ging. Anschliessend bildete er sich zum Maschineningenieur weiter. Beruflich bedingt, liess sich das Ehepaar Max und Gerda Hauswirth im Zürcher Oberland nieder. Einige Jahre vor der Pensionierung machte er sich Gedanken über seine Betriebsamkeit darnach. Er beschloss, Winzer in seinem Heimatort zu werden und kaufte von seiner Familie ein Grundstück in der «Halde» von 89 Aren, das sich für den Rebbau eignet. «Wo soll ich das Rebwerk lernen?», fragte er sich nun. Einerseits fand er Rat und Unterstützung bei Winzermeister Daniel Fürst, Hornussen, und andererseits wurden er und Gerda Mitglieder im Hobby-Winzer-Club Schweiz.

Weiterbildung und Erfahrungsaustausch wichtig
Der Hobby-Winzer-Club Schweiz wurde vor 13 Jahren gegründet. Durch regelmässige Besuche von professionellen Rebanlagen und Kellereien in der ganzen Schweiz, Degustationen mit Kommentierung der eigenen Hobbyweine durch einen kompetenten Önologen sowie Weiterbildungsvorträgen wird der Wissensstand der Mitglieder gefördert. Der Vorstand wusste von der vorbildlichen Neuanlage, die 2008 in der «Halde», Oeschgen, gepflanzt wurde. Max und Gerda Hauswirth waren spontan bereit, die Rebanlage zu zeigen und von ihren Erfahrungen zu berichten. Nach der Planierung des Geländes wurden auf 62 Aren folgende Rebsorten gesetzt; 39 % Pinot noir (Klone RAC 12 und RMW 10/5-5), 24% Sauvignon blanc, 18 % Cabernet sauvignon, 18 % Cabernet cubin (Kreuzung Blaufränkisch x Cabernet sauvignon) sowie ein Prozent Cabernet Mitos, eine sehr farbintensive und gerbstoffbetonte Neuzüchtung. Die nicht bestockte Fläche von 17 Aren dient als ökologische Ausgleichsfläche, wo Hecken und Blumen wachsen dürfen. Bereits im ersten Pflanzjahr wurden bei allen Rebreihen Hagelschutznetze montiert, die gleichzeitig gegen Wild-, Vogel- und Wespenfrass schützen.

Apéro riche mit Jungfernwein
Auf der Terrasse vor dem Rebhäuschen, mit wunderschöner Aussicht ins Fricktal, servierten Max und Gerda Hauswirth ihre Jungfernweine «luna» aus Sauvignon-blanc-Trauben und «papillon» aus Pino-noir-Trauben. Im Sortiment sind ferner die Cuvée «passione», gekeltert aus Cabernet sauvignon und Cabernet cubin, gereift in der Barrique. Martin Frei, Präsident der Hobby-Winzer, dankte dem Ehepaar für die Informationen und lobte: «Schön, dass wir auch von Fehlschlägen hörten, woraus wir lernen können.» Anschliessend dislozierte die Gesellschaft zur fürstlichen Weinkultur von Erika und Daniel Fürst in Hornussen. Dort werden Hauswirths Trauben gekeltert, der Jungwein ausgebaut und abgefüllt. Daniel Fürst führte durch seinen Weinbaubetrieb und gab umfassend Auskunft über die Vinifikation sowohl der Lohnkelterungs- wie auch seiner eigenen Weine. Im grosszügigen Partyraum des Weinguts konnte das Mittagessen genossen werden. Dazu wurden verschiedene Weine aus dem fürstlichen Weinkeller eingeschenkt, die Daniel Fürst fachgerecht kommentierte. (rb)

Bilder: Max Hauswirth informiert über seine Reben-Neuanlage in der «Halde»

Gruppenbild der Hobby-Winzer. Erste Reihe, fünfte von links Gerda und Max Hauswirth

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