Leserbeitrag
Dorfrundgang in Schinznach: Warmbach und Mittlere Mühle

Fabienne Schmid
Drucken
Bilder zum Leserbeitrag

Bilder zum Leserbeitrag

Urs Leuthard

Der bereits 15. Dorfrundgang in einer Juraparkgemeinde fand am letzten Samstag in Schinznach-Dorf statt. Kaum ein Regentropfen fiel vom Himmel und der Anlass fand breites Interesse bei Eltern mit Kindern bis hin zum ehemaligen Dorfschullehrer oder interessierten Neuzuzügern. Die Führung wurde souverän vom langjährigen Gemeindeschreiber Hansruedi Gysi geleitet. Er zeigte das Dorf von einer Seite, die von Durchfahrenden kaum je wahrgenommen wird und führte die Schar durch Nebensträsschen, Hinterhöfe und Gässchen, welche den Ort buchstäblich aus einer anderen Sicht präsentierte. Der Ortskern weist viel alte Baussubstanz bis hin zu denkmalgeschützten Bauten vor. Historisch von besonderem Interesse war die Mittlere Mühle, das Untervogthaus und das ehemalige Spittel. Die erste urkundliche Erwähnung der Schinznacher Mühlen findet sich in einer 1317 in der damals noch jungen Stadt Brugg geschriebenen Kaufsurkunde. Aber was wären Mühlen ohne den Wasserzufluss. Hier erläuterte Urs Obrist das „Naturwunder“ Warmbach, der sowohl die Wasserversorgung speist, als auch wohldosiert über einen kleinen Kanal das oberschlächtige Wasserrad der mittleren Mühle antreibt. Die Temperatur liegt konstant in der Bandbreite von 13 bis 10 Grad und die Wassermenge ebenso konstant bei 600 Liter pro Minute. Eine aufschlussreiche Broschüre über die Geschichte der mittleren Mühle mit vielen Bezügen zum örtlichen und regionalen Geschehen während fast 700 Jahren wurde an alle Interessierten abgegeben. Die Dorfwanderung führte aber auch zum weiträumigen Festplatz bei den Schulanlagen, der eine gute Sicht auf den Dorfkern bietet und den grossen Rebberg. Metzgete, Schinznacher-Sauser, 30 Dorfvereine, die Baumschule, viele Gewerbebetriebe und das vielfältige Angebot in Gastronomie und im Detailhandel waren weitere Orientierungspunkte. Beim Zobigteller im Gasthof Bären informierte Gemeindeammann Urs Leuthard über den bevorstehenden Zusammenschluss mit Oberflachs. Die Gemeinde, welche ab Neujahr „Schinznach“ heissen wird, wird auf rund 2300 Einwohner anwachsen und wird dann die grösste Rebbaufläche im Kanton Aargau aufweisen. Er betonte auch die regionalen Aufgaben, welche Schinznach wahrnehme und das breite Angebot an Arbeitsplätzen. Kurt Aerni als Vertreter und Vorstandsmitglied des Jurapark Aarau wies auf die Veranstaltungsbroschüre 2013 hin, die Ziele des Regionalparkes, welcher sich im schweizerischen Verbund sehen lassen dürfe als „grüne Schatzkammer“ zwischen den Agglomerationen. Nach den Worten des Gemeindeammanns fühle sich das Schenkenbergertal wohl im Park, weil dessen Zielsetzungen für Landschaft, Regionalprodukte und Lebensqualität dank Natur und Kultur, wie direkt auf uns zugeschnitten sind“.

Peter Bircher aus Wölflinswil

Aktuelle Nachrichten