Leserbeitrag
Eindrückliches Rezital in Möhlin

Marcel Siegrist
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In Möhlin sind am vergangenen Samstag zwei junge Talente zu einem gemeinsamen Rezital aufgetreten, nämlich mit der Violine Julia Gloor, derzeit Absolventin des Studiums Master of Arts an der Zürcher Hochschule der Künste, und am Flügel die in Möhlin aufgewachsene Kathrin Schmidlin, aktuell Studentin an der Hochschule für Musik in Nürnberg.

Die beiden Musikerinnen haben sich während ihres gemeinsamen Studiums in Zürich kennengelernt und schon bald jene Affinitäten festgestellt, die ein gemeinsames Musizieren nahelegten. Mit einem anspruchsvollen Programm sind sie nun zum ersten Mal öffentlich aufgetreten, um den konzertreifen Stand ihres Werdegangs unter Beweis zu stellen. Bis zum letzten Platz war der Pfarreisaal Schallen besetzt und fast zum Greifen wahrnehmbar die Erwartung des Auditoriums zu erfahren, wie die Musikstudentinnen mit ihrem Talent inzwischen umzugehen wissen. Schon mit den ersten Takten wurde klar, dass sie bereit sind, sich hohen Anforderungen zu stellen und dass ihnen scheinbar mühelos die gegenseitige Abstimmung gelingt. Vorgestellt wurde - nach einem Eröffnungssatz von Brahms - ein Edvard Grieg, der sich in den Ecksätzen der c-moll-Sonate unerwartet vertrackt darstellt, jedoch in der eingängigen Romanze dazwischen der Violinistin Gelegenheit gab, dem Instrument reichen Klang zu verleihen. Wirkte der romantische Aufruhr ein wenig wie die selbst auferlegte Pflicht, so kamen nach der Pause die Interpretationen einer Sonate von Fazil Say und von Auszügen aus Gershwins Porgy and Bess als herzhafte Kür herüber. Während das einfallsreiche Werk des zeitgenössischen türkischen Pianisten und Komponisten gerade auch von der rhythmischen Sattelfestigkeit der Pianistin lebte, vermochte die Geigerin den einstigen Ohrwürmern aus der Gershwin-Oper jenen jazznahen Swing zu verleihen, der zu neuem Hören einlud. Nicht ohne Zugabe wurde das jugendliche Duo mit grossem Applaus, Blumen und besten Wünschen in das weitere Curriculum entlassen.

Arthur Hächler

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